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Safari-SalamaReisebericht 19 vom 05.04. - 08.05.2007Auckland - Johannesburg - Gaborone - Francistown - Kasane |
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Nach einem anstrengenden Flug – 3 Stunden bis nach Sydney und von dort weitere 14 Stunden nach Johannesburg – sind wir froh, dass der Weiterflug nach Botswana erst tagsdarauf gehen wird. Nachdem wir sowohl von einigen Leuten zuhause, wie auch von Südafrikanern, die wir unterwegs getroffen haben, aufgrund der erhöhten Kriminalität davor gewarnt wurden, per Fahrrad von Johannesburg nach Gaborone zu reisen, haben wir uns entschieden den Flughafen gar nicht erst zu verlassen und den nächst möglichen Anschlussflug zu nehmen. Obwohl uns der Entscheid nicht leicht gefallen ist, müssen wir zugeben, dass er wohl vernünftig war. Der Flughafen von Johannesburg ist alt und eng und man bekommt den Eindruck, als würde einem die Decke auf den Kopf fallen. Sitzgelegenheiten sind Mangelware, und so schwärmt Roland aus, um einen geeigneten Platz zu finden, wo wir unser Nachtlager aufschlagen können. Auf einer Galerie wird er fündig. Wir verschanzen uns hinter den Veloschachteln, blasen unsere Luftmatratzen auf und versinken sofort in einen Tiefschlaf. Am Karfreitag Nachmittag, dem 06. April 2007, landet unsere Propellermaschine nach einem etwas unruhigen 1-stündigen Flug auf der einzigen Landepiste des "Sir Seretse Khama" Flughafens ausserhalb Gaborones. Im Anflug war es nicht zu übersehen: Die kommenden Monate werden wir in absoluter Trockenheit verbringen. Da gibts weder Flüsse noch Seen und ein paar wenige Strassen stellen Verbindungen her von Weilern zu kleinen Siedlungen und führen dann weiter ins vermeintliche Nichts. Schweigend schauen wir auf die Landschaft, die unter uns liegt... ob wir uns wohl zuviel vorgenommen haben? Doch lange haben wir nicht Zeit, um Zweifel aufkommen zu lassen, denn die Maschine ist schnell entladen, die Zollabfertigung verläuft professionell und speditiv, und so machen wir uns sogleich daran, im Schatten des Flughafengebäudes unsere Räder wieder zusammenzuschrauben. Es herrschen angenehme 27°C und es weht ein leichter Wind. Es ist schon nach 17.00 Uhr als wir uns ins 17km entfernte Stadtzentrum aufmachen und die Sonne ist bereits am Untergehen. Wir strampeln entlang der frisch geteerten Strasse und sind froh, dass hier alles so flach ist. Stockdunkel ist es, als wir beim dritten Anlauf endlich eine freie Unterkunft finden. Die Ostertage verbringen wir damit, im Garten unserer einladenden Lodge unsere 2-monatige Reise durch Botswana zu planen. Ebenfalls testen wir unsere beiden – bis dahin noch nie gebrauchten – 10-Liter-Wassersäcke und müssen dabei mit Schrecken feststellen, dass diese lecken. Das Loch im einen Sack können wir Dank unseres Allzweck-Flicksets wieder verkleben; beim anderen Sack ist der Gewindeverschluss defekt. Wir mailen umgehend an Ortlieb, damit sie uns das Ersatzteil nach Maun schicken können, wo wir in voraussichtlich einem Monat ankommen werden. Am Osterdienstag machen wir uns auf zum "Department of Wildlife and National Parks" (DWNP), welches 8km ausserhalb Gaborones liegt. Bei unserer Planung haben wir festgestellt, dass die verhältnismässig wenigen Strassen des Landes oftmals mitten durch Nationalpark-Gebiet führen. Der Chobe Nationalpark im Nordosten des Landes, die Makgadikgadi-Salzpfannen nördlich des Zentrums und das Okavango-Delta im Norden stellen nebst dem Kalahari Nationalpark die drei grössten Naturschutzgebiete Botswanas dar. Die Parks sind nicht eingezäunt und ausserhalb der Regenzeit (d.h. nach März/April) migrieren die Tiere auf der Suche nach Wasser vermehrt. Auch relativ stark befahrene Strassen stellen dabei kein Hindernis dar und werden bevorzugt in den Dämmerungszeiten überquert. Unsere Befürchtungen bewahrheiten sich, denn das DWNP rät uns davon ab, die Strecke Nata – Kasane, welche zum Chobe NP führt, per Velo zurückzulegen. Der Chobe NP bildet als eines der wenigen Gebiete Afrikas den Lebensraum der "Big Five" (Löwe, Büffel, Elefant, Nashorn, Leopard) und die Wahrscheinlichkeit, Elefanten, Büffeln oder einem Löwen zu begegnen, ist nicht gering. Uns zieht es dennoch nordostwärts, denn nebst dem Chobe NP würden wir auch gerne die Victoria-Fälle, welche auf der Grenze zwischen Sambia und Zimbabwe liegen, besichtigen. Die Strecke Nata – Kasane werden wir also per Bus zurücklegen. Als wir zur Lodge zurückkehren, fühlt sich Roland schwach und am Abend zeigt das Thermometer 38°C. So verzögert sich unsere Abreise um einen Tag, und erst am 12. April 2007 verlassen wir Gaborone in südlicher Richtung. Der schwarze Teil des afrikanischen Kontinents stellt für uns absolutes Neuland dar, und so brauchen wir eine gewisse Zeit als Angewöhnungsphase. Diese möchten wir mit einer 5-tägigen Rundtour verbinden. Wir haben Gaborone noch nicht hinter uns, als wir am Strassenrand bereits das erste Wildlife entdecken: Eine Gruppe Baboons (Paviane), die sich über Abfalleimer hermacht. Nur knapp 20km fahren wir an diesem ersten Tag und gelangen so zum Mokolodi Nature Reserve. Eine Nacht werden wir hier bleiben und am nächsten Morgen früh an einem "Game Drive" (Wildtier-Fahrt) teilnehmen. Die 3.5km zu den Zeltplätzen, welche mitten im Park liegen, dürfen wir nicht alleine zurücklegen und werden daher von einem Velofahrer-Ranger eskortiert. Der Pfad ist abwechselnd sandig oder geröllartig, für uns nicht gerade idealste Bedingungen, und es zeigt deutlich, dass hier ausnahmslos 4x4 Fahrzeuge unterwegs sind. Schon auf der Hinfahrt können wir ein Warzenschwein, Impalas (Antilopenart), sowie Strausse beobachten. Acht Zeltplätze gibts im Park, die alle in einiger Distanz zueinander und wunderschön unter Akazien und anderen Savannenbüschen angelegt sind. In den Sand gesteckte Äste bilden die Einzäunung, Trinkwasseranschluss ist vorhanden, sowie pro Platz eine Dusche und ein WC – ziemlich luxuriös, also. Bevor uns der Ranger verlässt, zeigt er uns in welchem Gebiet wir uns zu Fuss aufhalten dürfen und verabschiedet sich dann. Im Nu haben wir uns eingerichtet und das Mittagessen verzehrt und so machen wir uns bald zu Fuss auf Entdeckungsreise. Wir sind die einzigen, die hier zelten und von einer ungewöhnlichen Ruhe umgeben. Der Spaziergang hat sich gelohnt, denn nebst vielen Tierspuren, die wir anhand unseres Wildlife-Führers zu identifizieren versuchen, entdecken wir auch ein Wildebeest (Streifengnu), das bei unserem Anblick sofort zu schnauben beginnt und heftig an Ort tritt bevor es das Weite sucht. Wir können ebenfalls einen Mistkäfer beobachten, der den noch nicht so präzisen "Zebra-Output" zu einer perfekten Kugel formt und dann mühseligst rückwärts über Äste und Steinbrocken vorwärts befördert. Um 18.30 Uhr herrscht hier Dunkelheit und so legen wir uns entsprechend früh schlafen. Wir verbringen eine angenehme Nacht, auch wenn wir immer wieder erwachen, weil wir es draussen rascheln oder trampeln hören. Um 07.00 Uhr werden wir für den zweistündigen Game-Drive abgeholt. Vom schattenspendenden Aufbau des Pick-ups aus haben wir eine ausgezeichnete Aussicht in die Umgebung. Während der Fahrt sehen wir aus nächster Nähe Paviane, Steppenzebras, Warzenschweine, Streifengnus, Kudus, Impalas und Elefanten. Nicht schlecht für den Anfang, oder? Die nächste Etappe führt uns nach Lobatse. In Otse – etwa auf halber Strecke – könnte man angeblich Geier, die in einer Felswand hausen, beobachten. Doch als wir den Ort erreichen, weiss niemand Bescheid und ausgeschildert ist auch nichts, und so ziehen wir halt etwas enttäuscht weiter. Die leicht wellige Landschaft ist nicht spektakulär, und die gut ausgebaute Strasse ist beidseitig mit Farmen gesäumt. Farmhäuser sehen wir keine; nur endlose lange Maschendrahtzäune, die in 20m Entfernung parallel zur Strasse verlaufen. Savannenvegetation, einige Kühe, Ziegen und Esel prägen das Landschaftsbild. Selten fahren wir auch an Weilern vorbei. Die Familien bewohnen strohbedeckte Rundbauten aus Lehm und halten die Tiere in Kraals – Einzäunungen aus stehenden Ästen. Lobatse ist sehr weitläufig und so dauert es wieder einige Zeit bis wir ein Hotel finden. Auch Kanye ist stark zersiedelt und mit Ausnahme der Hauptstrasse handelt es sich bei den Zufahrtswegen ausschliesslich um Staubpisten. Wir erkundigen uns nach dem Zeltplatz, denn ausgeschildert ist nichts, und erhalten vom Gegenüber doch glatt die Antwort: Oh, there is no camping in Botswana! (In Botswana gibts keine Zeltplätze!). Na, da können wir uns ja auf etwas gefasst machen :o)! Doch irgendwann werden auch wir fündig, richten uns ein und machen uns dann auf die Suche nach dem Kanye Gorge (Schlucht). Seit zwei Jahren ist die Regenzeit nur spärlich ausgefallen und so liegt natürlich auch dieses Flussbett trocken. Sandsteinfelsen in Rot- und Gelbtönen bilden die Schluchtwände, welche in der Abendsonne wunderbar zur Geltung kommen. Zurück beim Zeltplatz stellen wir erfreut fest, dass wir Nachbarn bekommen haben. Zehn Kenianer, die in Gaborone leben, sitzen um die Feuerstelle versammelt; auf dem Rost schmoren ein Ziegenkopf und vier dünne Beine... Das ginge ja noch, aber: ojemine, keine 10m von unserem Zelt entfernt baumelt der restliche Geissenkörper kopfüber und bereits des Fells entledigt. 3m neben unserem Zelt liegt der ausgepresste Darm. Wir gewöhnen uns an so manches auf dieser Reise... Wieder einmal steht eine Reparaturarbeit an, denn Rolands Pedal klemmt und dreht nur noch sehr widerwillig. Der eine Kenianer, ein Mechaniker, ist Roland behilflich und so schrauben sie das Kugellager auseinander. Die Kugeln sind mittlerweile mehr eckig als rund, aber Ersatz werden wir erst in Gaborone wieder auftreiben können. Bereits beim Einchecken haben uns die Campingbesitzer gewarnt, dass hier heute Abend ein Polterabend stattfinden wird und es somit entsprechend laut würde. Auch die Kenianer sind in tiefster Trink- und Partylaune und so zügeln wir unser Zelt an einen etwas geschützteren Ort. Währenddem Sabine mit Ohropax versucht Schlaf zu finden, schliesst sich Roland den Partygängern an und kriecht erst um 04.00 Uhr in den Schlafsack. Ziemlich gerädert starten wir in Richtung Molepolole. Doch schon nach 25km müssen wir Rolands Pedal wieder auf Vordermann bringen. Ein Südafrikaner bietet uns an, uns mitzunehmen. Er sei zwar auf dem Weg nach Kanye, würde dann aber zurück nach Gaborone fahren. Wir lehnen dankend ab, denn das Pedal scheint soweit wieder i.O. zu sein. Wir sind kaum wieder eine halbe Stunde im Sattel, als Sabine von Schüttelfrost überfallen wird und über Gliederschmerzen klagt. Es ist klar, dass wir es heute nicht bis nach Molepolole schaffen und in Thamaga eine Unterkunft werden suchen müssen. Doch wir haben Pech: Thamaga hat kein Hotel und so harren wir halt im Schatten des Wellblech-Busunterstands aus und hoffen, dass der hilfsbereite Südafrikaner in Bälde auftauchen wird. Eine knappe Stunde müssen wir warten, bis Johan heranfährt. Spontan lädt er uns ein, die kommenden drei Nächte bei ihm zu übernachten, danach müsse er geschäftlich verreisen. Obwohl Johan 15km ausserhalb Gaborones wohnt, nehmen wir sein Angebot gerne an. Auch nach drei Tagen ist Sabine noch nicht fit, hat nebst Fieber auch eine Erkältung und klagt über heftige Zahnschmerzen. Ein Zahnarztbesuch gibt insofern Entwarnung, als dass Sabine keine Löcher, sondern vielmehr eine Kieferhöhlenentzündung eingefangen hat. Erst am Samstag, dem 21. April 2007, verlassen wir Gaborone endgültig und pedalen los in Richtung Norden. Nach 17km verlassen wir die Hauptstrasse und folgen dem Wegweiser, der zur Siedlung Oodi führt und welche 8km abseits der A1 liegt. Hier möchten wir eine Vereinigung von Webern besuchen. Auch in Oodi sind die Zufahrtswege staubig und als wir das Ziel nach mehrmaligem Nachfragen endlich finden, stehen wir vor verschlossenen Türen. Bis auf Weiteres an Wochenenden geschlossen... So setzen wir uns halt in den Schatten, geniessen ein reichhaltiges Pic-Nic und radeln dann eine knappe halbe Stunde zurück an die Hauptstrasse. Mochudi ist unser heutiges Tagesziel. Traditionelle, mit erdfarbenen Ornamenten dekorierte Ntlo (strohbedeckte Rundbauten aus Lehm) soll es hier noch geben, die wir uns gerne ansehen würden. Nach den Geiern und den Webern folgt gleich Flop Nr. 3, denn Ntlo finden wir keine. Also erkundigen wir uns nach dem einzigen Hotel, das es im Ort geben soll und werden wieder 7km zurückgeschickt. Was wir vorfinden ist eine Brandruine mit ein paar wenigen noch gebrauchstauglichen Zimmern, jedoch ohne Wasser! Frust lass nach! Im nochmals 7km entfernten Rasesa solls eine Lodge geben. Die Sonne ist bereits am Untergehen und so spurten wir noch eine halbe Stunde auf guter Strasse durch die Dämmerung, bis wir nach einer kleinen Odyssee endlich das erlösende Schild erspähen. Wir beziehen einen Bungalow, brutzeln uns ein einfaches Znacht und sinken frisch geduscht ins Körbli. Die Strecke bis nach Mahalapye teilen wir auf in zwei Etappen. Auf unserer Karte ist nach halber Distanz ein kleiner Ort vermerkt: Dibete. Hier beabsichtigen wir – wie in Botswana üblich – den "kgosi" (Dorfchef) um Erlaubnis zu ersuchen, innerhalb seines Dorfes unser Zelt aufstellen zu dürfen. Doch soweit wird es gar nicht erst kommen, denn: Es kommt noch viel besser! Wir fahren also gut 70km, als wir glauben, Dibete erreicht zu haben. Was auf der Karte jeweils als "Siedlung" deklariert ist, kann alles sein: eine Tankstelle, eine einfache Bar, ein Weiler, eine grössere Ansammlung von Häusern – wir wissen nie genau, was uns erwartet. In diesem Fall finden wir eine Wägestation für LKWs vor, sowie eine neuerstellte Siedlung. Es stellt sich heraus, dass wir 7km vor Dibete und die Bauten Unterkünfte sind für Staatsangestellte des Tiefbauamtes. Als wir dem Verantwortlichen unser Anliegen darlegen, werden wir umgehend vorübergehende Besitzer eines noch leerstehenden 3.5-Zimmer-Hauses mit Küche, Bad und fliessendem Kalt- und Warmwasser. Nur Strom und Gas bleiben uns verwehrt. Es dauert auch nicht lange und wir bekommen Besuch von drei kleinen Nachbarsmädchen, die es geniessen abwechselnd auf unseren Velos herumgestossen zu werden und uns zuschauen, wie wir im Vorgarten auf dem Kocher eine Pfanne voll Pasta kochen. Via Mahalapye erreichen wir Palapye. Seit wir Gaborone verlassen haben, müssen wir täglich gegen den zum Teil heftigen Wind ankämpfen. Auch dieser Abschnitt ist topfeben, monoton, alle Flussbette sind ausgetrocknet und so müssen wir uns vermehrt gegenseitig motivieren. Am Tag, an dem wir Palapye ansteuern, erleben wir doch noch ein kleines Highlight: Ein anderer vollbepackter Velofahrer kommt uns entgegen! Dave pedalt in acht Monaten von England nach Kapstadt... und hats natürlich auch jetzt entsprechend eilig. Immerhin kann er uns noch einen Übernachtungstipp für Palapye mit auf den Weg geben und die Info, dass wir heute oder morgen auf ein australisches Radlerpäärchen stossen werden. In Palapye, auf dem schön angelegten Itumela Campingplatz, stossen wir tatsächlich auf Christine und Ross – zwei Lehrer aus Melbourne – die vor vier Monaten in Addis Abeba (Äthiopien) gestartet sind und nach Kapstadt fahren werden. Zu viert verbringen wir einen unterhaltsamen Abend, tauschen viele Infos aus und stellen fest, dass wir zur ungefähr gleichen Zeit in Südnamibia sein werden. Vielleicht kommt ja ein Wiedersehen zustande! Naja, und dann setzen die beiden Roland auch noch einen zünftigen Floh ins Ohr! Christine und Ross sind die Strecke von Kasane her nämlich geradelt, schwärmen davon, denn sie sind dabei auch mehreren Elefanten begegnet... Nur den Löwen, den sie gegen Abend irgendwo aus dem nahen Busch haben brüllen hören, den fanden sie dann doch nicht mehr so lustig! Fazit: Roland würde die Strecke auch gerne radeln; eine Tendenz entwickelt sich da, die bei Sabine nicht gerade Freudensprünge auslöst... Palapye verlassen wir in nordwestlicher Richtung und erreichen gegen Mittag Serowe, die ehemalige Landeshauptstadt, wo wir uns im informativen Museum weiterbilden. Im Verlaufe des Nachmittags nehmen wir die letzten 25km und noch einige Höhenmeter unter die Felgen; unser Ziel ist das "Khama Rhino"-Schutzgebiet. Breitbeinig und unsere Velos stabilisierend, stehen wir auf der Ladefläche eines 4-WD-Pickups und lassen uns über die holprigen Sandpisten zum Camp fahren. Es ist bereits dunkel, als wir zu Abend essen. Wir sitzen auf einer Wurzel, Stirnlampe montiert und löffeln aus unserer Pfanne. Plötzlich schrecken wir auf, denn hinter uns – nicht allzu weit entfernt – faucht es heftig! Wieder und wieder; sicher fünfmal in grösseren Abständen. Wir hocken auf unserer Wurzel, bocksteif und wagen kaum zu atmen... wir wissen, dass es hier Leoparden gibt – und ein Eichhörnchen war es also bestimmt nicht! Als endlich Ruhe einkehrt, würgen wir die Resten runter und verkriechen uns schleunigst im Zelt. Auch in diesem Park nehmen wir an einem Gamedrive teil. Grosses Glück haben wir, denn nebst einer Vielzahl an verschiedenen Antilopen – darunter eine seltene Elenantilope (Eland) – können wir während der zweistündigen Fahrt insgesamt zehn Breitmaulnashörner (White Rhinos) beobachten. Und dies zum Teil aus allernächster Nähe! 8km müssen wir am nächsten Tag wieder zurückfahren, denn wir möchten der nicht asphaltierten Strasse folgen, die von Paje nordostwärts nach Serule führt. Nach weiteren 8km endet dann auch der gute Strassenbelag und so befinden wir uns fortan auf Schotter. Beidseits der Piste ist Busch. Unterwegs begegnen wir kaum jemandem und so sind wir froh, dass wir zusätzlich vier Liter Wasser aufgebunden haben. Wir erreichen ein abgelegenes Dorf, das fast ausschliesslich aus runden Lehmbauten besteht und in welchem der Ziehbrunnen ein Ort der Zusammenkunft bildet. Die Bewohner sitzen in ihren Kraals und winken uns herbei. Es wäre unanständig, einfach weiterzufahren und so steigen wir von unseren Rädern um die Leute zu begrüssen. Auch wenn keine Konversation möglich ist, spüren wir, dass sich die Menschen unheimlich über unseren Besuch freuen und die alten Frauen wollen unsere Hände gar nicht mehr loslassen. Ein Gefühlsgemisch von Unsicherheit, Beschämtheit, Gerührtheit und Freude macht sich in uns breit. Dass unsere blosse Anwesenheit selbst bei Erwachsenen eine derartige Freude auslösen kann, ist für uns nur schwer zu fassen. Die anfänglich gute Schotterpiste geht allmählich über in Wellblech, Sand und Staub. Stellenweise kommen wir nur mit grösster Anstrengung vorwärts. Hinzu kommen die lästigen Fliegen, die uns in Mund, Nase, Ohren und Augen fliegen, und die sich kaum abwimmeln lassen. Es herrschen angenehme 31°C; in den spärlichen schattigen Stellen. Manchmal, wenns zu anstrengend wird, legen wir einen Wybeeri-Salzcracker-Halt ein. Heute ist ein beschwerlicher Tag und Sabine ist der Verzweiflung nahe. Doch zum Umkehren ist es zu spät. Eine Schlange, die in Windeseile vor uns die Piste überquert, sorgt für ein bisschen Aufmunterung. Mittagsrast legen wir unter einem schattenspendenden Baum ein und staunen nicht wenig, als wir nach einem weiteren Kilometer – und nach 51km mühsamem Untergrund – bereits die A1 erreichen. Was, schon in Serule? Doch wir haben uns zu früh gefreut, denn unsere ansonsten sehr zuverlässige Karte ist an dieser Stelle fehlerhaft und uns stehen noch 30 asphaltierte Kilometer mit Gegenwind bevor. Nun ist Roland, der Windbrecher, derjenige, der mehr leidet und so fluchen wir halt im Kanon, was die Situation ja schon viel erträglicher macht. Könnt Ihr Euch unsere Freude vorstellen, als wir völlig abgekämpft nach knapp 100km in Serule einrollen und dort wider Erwarten auch noch ein einfaches aber sauberes Gästezimmer vorfinden? Der Tag ist gerettet! Unser Fluchkanon wurde erhört, denn tagsdarauf bläst uns der Wind direkt ins 94km entfernte Francistown, welches wir nach nur 4h 40min. erreichen. Hier schlagen wir für drei Nächte unser Zelt auf. Lodge-Anlagen der oberen Preisklasse bieten nicht selten als einzige zusätzlich Zeltplätze an, welche natürlich auch immer wunderschön angelegt sind und in diesem Falle sogar nebst Pool auch einen Traum-Rasen bieten. Ja, eigentlich sollten wir das nicht unterstützen, dass eine Hotelanlage bei der vorherrschenden Trockenheit während 24h den Rasen bewässert... aber je länger je mehr sehnen auch wir uns wieder nach einem bisschen Luxus und so kommt es auch, dass wir am Abend gleich im lodge-eigenen Restaurant schlemmen gehen. Auch hier in Francistown müssen wir wieder Reparaturarbeiten vornehmen. An unserer Ausrüstung treten vermehrt Ermüdungserscheinungen auf und wir fragen uns, ob das wohl ein sanfter Wink ist, dass unsere Reise bald zu Ende gehen soll? Seit einiger Zeit entschwindet unseren Exped-Matten die Luft, sodass wir mittlerweile jede Nacht nachpumpen müssen. Die undichten Stellen, bei beiden Matten im Bereich des Ventils, sind schnell lokalisiert und repariert, doch können wir den Schaden nicht vollständig beheben, weil sich die Löcher in einem Knick befinden. Wohl oder übel werden wir mit der Firma Exped Kontakt aufnehmen müssen. Auch der Kocher leidet wieder unter akuter Schwäche – Silvia und Beata, kommt Euch das irgendwie bekannt vor? Roland hat mit sich reden lassen und sich verständisvoll gezeigt, so dass wir dabei bleiben und die Strecke nach Kasane per Bus zurücklegen werden. Bald müssen wir aber feststellen, dass das illusorisch ist, denn der Norden wird erstens nur sehr unregelmässig und zweitens nur mit Minibussen angefahren, in die unser Hab und Gut unmöglich reinpasst. Und so verlassen wir am 1. Mai 2007 die zweitgröste Stadt Botswanas erst einmal pedalend. Nach 1.5 Tagen mit hervorragendem Rückenwind erreichen wir das "Nata Bird Sanctuary" (Vogelschutzgebiet, 230km²), welches sich 20km südlich von Nata und am nordöstlichen Ende der Sua-Salzpfanne befindet. Um 1990 haben Bauern – in Zusammenarbeit mit nationalen und internationlen NGOs – freiwillig ihr Vieh umgesiedelt und ein Netzwerk von Pfaden angelegt – eine unterstützenswerte Sache! Zwei Nächte werden wir bleiben. Wir haben kaum unser Zelt im sandigen Grund verankert, als wir auch schon Besuch von unseren südafrikanischen Camping-Nachbarn erhalten. Und wie das halt so ist, werden aus einem kurzen Plauder schnell einmal zwei Stunden, bis wir uns endlich zum Duschen aufraffen können. Wir stehen kaum unter dem erfrischenden Nass, als völlig unverhofft ein kurzer aber orkanartiger Sturm losfegt. Maximal zwei Minuten hat das gedauert. Unsere Säuberungsaktion fällt kurz aus, denn wir rechnen mit dem Schlimmsten... Zurück beim Zelt – oder besser gesagt, dort wo es einmal gestanden hat – kommt dann die Bescherung: Das Zelt wurde aus den Verankerungen gerissen und wie ein Drachen über die Bäume durch die Luft gewirbelt; ebenso der Blachen, die bereits aufgeblasenen Luftmatratzen und einige andere Habseligkeiten. Steven, unser Nachbar, hat versucht zu retten, was zu retten war und ist unserem Material in die Büsche gefolgt. Für diejenigen unter Euch, die es nicht wissen: In der afrikanischen Savannen-Vegetation gibt es kaum eine Spezie, die keine Dornen hat – wir wissen das jetzt mittlerweile also auch... Wie durch ein Wunder haben die Luftmatratzen den Zwischenfall unbeschadet überlebt (Murphy’s Law, denn undicht sind sie ja ohnehin!); jedoch nicht so das Zelt. Und so verbringen wir die nächste Stunde damit, nicht weniger als 49 Löcher und Risse im Aussenzelt provisorisch abzukleben. Es ist zum Heulen und der einzige Trost besteht wohl darin, dass wir in den kommenden zwei Monaten glücklicherweise nicht mit allzuviel Regen rechnen müssen. Mit Lisa und Steven und ihren drei Töchtern Kerry, Robyn und Hannah, verstehen wir uns auf Anhieb ausgezeichnet und so verbringen wir einige Zeit zusammen. An beiden Abenden dürfen wir die Familie per Auto zur Wasserpfanne begleiten, wo wir Flamingos und Pelikane in der Ferne beobachten, Fussspuren identifizieren und einen phantastischen Sonnenunter- und Mondaufgang erleben können. Nach fast einem Monat vollständiger Trockenheit, stehen wir hier vor einer ausgedehnten, wenn auch untiefen, Wasserfläche, die bis zum Horizont reicht. Während des Tages legen wir die 8km zur Pfanne radelnd zurück. Die Gegend ist wunderschön, wenn auch nicht besonders abwechslungsreich. Aber diese endlose Weite der Graslandschaft, die verkrustete mondähnliche Landschaft und die beinahe unfassbare Wasserfläche haben wirklich etwas Faszinierendes an sich. Der meist harte sandige Untergrund ist gut befahrbar – es ist unser bisher schönster Velotag in Botswana. Obwohl wir noch eine Platte an Sabines Hinterrad beheben müssen, wird der 4. Mai 2007 ein kurzer Radeltag. Nach bereits 20km erreichen wir Nata, den Knotenpunkt in Richtung Norden und Westen. Drei Tankstellen gibt es hier, drei Shops, ein paar wenige Häuser und ein bescheidenes Guesthouse. Nach zwei Stunden finden wir auch schon eine Mitfahrgelegenheit und können so die 296km bis nach Kazungula – dem Grenzort im Dreiländereck Botswana-Sambia-Zimbabwe – auf der Ladefläche eines Pickups zurücklegen. Gut 2.5h brauchen wir dafür :o). Löwen sehen wir keine, dafür zehn Elefanten und ebenso viele Giraffen, die in Strassennähe halbe Bäume verzehren. Von Kazungula fahren wir die verbleibenden 13km westwärts nach Kasane, welches am Chobe River und am nordöstlichen Rand des 11'500km² grossen Chobe Nationalparks liegt. Der Chobe River entspringt als Cuando im angolanischen Regenwald, durchquert auf seinem Lauf in Richtung Süden den namibischen Caprivi-Streifen und bildet dann die Grenze Namibia – Botswana. Dort wo er seinen südlichsten Punkt erreicht, befinden sich die Linyanti-Sümpfe. Der Fluss, der nun nordostwärts fliesst, heisst fortan Linyanti und später Chobe. Bei Kazungula vereinigt sich der Chobe mit dem Zambesi, welcher seinerseits die Grenze zwischen Sambia und Zimbabwe bildet und südlich von Livingstone (Sambia) als tosende Wasserwand – die Victoria-Fälle – in die Tiefe stürzt. Dieses System von Flüssen und Sümpfen ist ein Paradies für die in der Gegend beheimateten Tiere. Angola hatte eine gute Regenzeit, denn der Chobe führt Hochwasser. So hoch sogar, dass Teile unserer Camping-Anlage überschwemmt sind und die Besucher vor Hippo- und Krokibesuchen gewarnt werden. Für fünf Nächte schlagen wir unser Zelt auf dem Areal der Chobe Safari Lodge auf. Insgesamt viermal nehmen wir während dieser Zeit an Game-Drives teil: Zwei Fahrten in der Morgenfrühe und eine am Abend, sowie eine Schifffahrt am Abend. Was wir während diesen jeweils dreistündigen Ausflügen zu sehen bekommen ist fast nicht zu glauben und übertrifft unsere Erwartungen bei weitem. In offenen Geländefahrzeugen bewegen wir uns durch das ursprüngliche Habitat unserer Zootiere. Grosse Herden von Schwarzfersen-Impalas, Gruppen von Kudus, Giraffen und seltene Zwergantilopenarten können wir beobachten. Paviane, Blauaffen, Warzenschweine, die das Gelände umwälzen, Mangusten, Fischadler, Geier, Hornbills, Eisvögel und eine Vielzahl anderer Vögel kreuzen unseren Weg. Wir entdecken Krokodile, Warane und Hippos, sowie eine Herde mit ca. 150 Büffeln. Täglich begegnen wir Elefanten und haben sogar das grosse Glück, eine Herde von 32 Tieren an der Tränke beobachten zu können. Vom 6-monatigen noch etwas tolpatschigen Knirps bis zur Leitkuh sind alle am Ufer versammelt. Die Begegnungen mit den Löwen bilden jedoch an beiden Tagen die jeweiligen Höhepunkte. Weibchen mit ihrem Nachwuchs können wir bestaunen, denn Männchen halten sich nur während der Paarungszeit im Dezember in der Gegend auf. Auf die achtköpfige Löwengruppe – bestehend aus zwei Müttern mit je zwei, resp. vier Jungtieren – stossen wir einmal morgens und einmal abends. Wir können ihnen beim Spielen zusehen und wie sie am Ufer ihren Durst löschen. Es sind eindrückliche Momente, denn wir befinden uns ganz nah an den Tieren. Auf der Abendfahrt kreuzen vier ausgewachsene Löwinnen gemächlich unseren Pfad und sehen sich unverhofft einer Kudugruppe gegenüber. Wie auf Nadeln sitzen wir, denn jetzt könnte es spannend werden. Auch unser Fahrer ist gespannt, hat er doch erst einmal miterlebt, wie Löwen einen Büffel gerissen haben. Zwei Löwinnen – die eine in keinen 2m Distanz zu Roland, schluck, aber er findet ja Löwen aus der Nähe toll – legen sich auf dem Sandweg auf die Lauer. Blick starr geradeaus, Ohren gespitzt – uns ignorieren sie völlig! Die anderen Weibchen sind für uns nicht ersichtlich. Bei den Kudus wird es unruhig und auf unserem Fahrzeug wird ein letztes Mal an den Teles geschraubt. Plötzlich springt das erste Weibchen los, gefolgt von Weibchen zwei... doch, he, was soll das? Das war entweder eine Show-Einlage für sensationslüsterne Touris oder die Löwinnen haben schlichtwegs keinen Hunger, denn nach wenigen Metern trotten sie wieder gemächlich durch den Busch, wo sie sich etwa 100m von den Kudus entfernt zum Ausruhen hinlegen!?! War natürlich auch so extrem spannend. Der erste Teil unserer Reise durch Botswana ist zu Ende und obwohl wir das Land nicht als ausgesprochenes Veloland bezeichnen können, fühlen wir uns hier wohl. Die Menschen erleben wir als freundlich und hilfsbereit, wenn auch distanzierter als es beispielsweise "die Asiaten" sind, was wir aber sehr schätzen. Ob dem ausgesprochen hohen Entwicklungsstand des Landes sind wir sehr überrascht und auch beeindruckt: Botswana konnte in den letzten Jahren die grösste wirtschaftliche Entwicklung innerhalb des Kontinents verzeichnen. Besucht den Link auf der Website von Transparency International, so stellt man fest, dass Botswana innerhalb der Korruptionsskala weltweit den erfreulichen 32. Rang belegt – noch vor Italien/Ungarn (Rang 40), Griechenland/Slowakei (Rang 47) und Kroatien/Polen (Rang 70)! Zum Vergleich: Island (Rang 1), Schweiz (Rang 7) und USA (Rang 17). Botswana ist das am wenigsten korrupte Land des afrikanischen Kontinents. Sowohl von Händlern, Beamten, Polizei und Militär wurden wir bisher immer fair und zuvorkommend behandelt. Mit Polizei und Militär, welche nur spärlich unterwegs sind, kamen wir nur an Veterinär-Checkpoints in Kontakt. Das Land unternimmt grosse Anstrengungen, seine einzigartige Tierwelt zu schützen: 19% der Landesfläche (600'370km²) stehen unter Schutz und Büffelzäune von mehreren hundert Kilometern Länge verhindern, dass sich die Maul- und Klauenseuche von den Büffeln auf das Vieh übertragen kann. Tägliche Besucherzahlen in die grösseren Nationalparks sind stark limitiert und selbst im "touristischen" Kasane hält sich der Besucherstrom in einem sehr verträglichen Mass. Drei unterschiedliche Spezialeinheiten sind in den grossen Parks im Einsatz um die Tiere vor Wilderern zu schützen, was angeblich erfolgreich gelingt. Nashörner (Breit- und Spitzmaul-) können nur noch im Khama Rhino Sanctuary bestaunt werden. Zum Schutz vor der Wilderei wurden die Tiere vor etwa 15 Jahren in dieses eigens für sie ausgewiesene Gebiet umgesiedelt. Botswana (1.64 Mio Einwohner) – ein Binnenland – hat das grosse Glück, reich an Diamanten und anderen Rohstoffen zu sein. Um an diesen Reichtum zu gelangen, greift die Regierung leider auch zu unerfreulichen Massnahmen. Mitglieder der San-Volksgruppe, welche seit jeher als Jäger und Sammler in der Kalahariwüste leben, werden sukzessive von ihrem Land verdrängt und umgesiedelt. In der Annahme, auf internationaler Ebene auf weniger Opposition zu stossen, wird dieses Vorgehen von den Politikern auch damit gerechtfertigt, dass die "Primitiven" dadurch in den Genuss von Infrastruktur und Zivilisation kommen, was die Betroffenen jedoch in einem Schreiben ganz klar als ein aus ihrer Sicht nicht erstrebenswertes Ziel deklariert haben! AIDS – bei uns kaum mehr eine Schlagzeile wert – stellt in Botswana die grösste gesundheitliche Bedrohung dar. Gemäss WHO und UNAIDS sind gegen 40% aller 15- bis 49-jährigen HIV-positiv – unter zehn infizierten Erwachsenen befinden sich sechs Frauen – es ist das am zweitstärksten betroffene Land südlich der Sahara. Die Vorstellung, im Supermarkt mit 20 anderen Leuten an der Kasse zu stehen, und zu wissen, dass theoretisch 8 davon infiziert sind, macht uns hilflos. Zwei Personen der Hotelangestellten, unzählige auf der Strasse... wir dürfen nicht mehr zählen – es ist zu bedrückend. Mittlerweile liegt die mittlere Lebenswartung bei schockierenden 33 Jahren. Die Regierung nimmt diese Katastrophe nicht auf die leichte Schulter und 2002 wurde Botswana das erste Land der Welt, das den Betroffenen die antiretrovirale Behandlung gratis zur Verfügung gestellt hat. Aufklärungskampagnen sind in der Zwischenzeit an Schulen und im öffentlichen Bereich an der Tagesordnung. Vision 2016 strebt bis 2016 ein aidsfreies Botswana an. Ob das wohl gelingt, in einer patriarchalisch strukturierten Gesellschaft, in der sich Männer nicht dreinreden lassen und Sex ausserhalb der Ehe nach wie vor heruntergespielt wird? Tourenstatistik:
Sabine & Roland, 12.05.2007 |
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