Safari-Salama

Reisebericht 7 vom 07.03. - 31.03.2006

Bangkok - Chiang Mai - Grenzübergang Chiang Khong/Ban Huai Sai (Thailand/Laos)

Panaeng Curry Die Brandrodung im Nacken Anspruchsvolle Staubpiste Frauen des Lisu-Volks Wer kauft denn hier den Frosch im Sack? Barry und Roland beim Auftanken – fritierte Bananen Ob das wohl die letzte Steigung war? Canyon im Ob Luang Nationalpark (vor Hod) ...und am Ziel einen Kübel Glace Durch die Karstlandschaft nördlich von Chiang Mai Im Zickzack den Berg hoch Verhandeln mit den Hilltribes (Akha–Volk)

Zurück im hektischen und mittlerweilen bereits sehr schwül-heissen Bangkok, ist bei uns Visums-Beschaffungstour angesagt. Innert nur fünf Tagen schaffen wir es, die drei Visen für Laos, Kambodscha und China zu organisieren. Die Botschaften befinden sich meist ziemlich ausserhalb der Stadt in abgelegeneren Quartieren und so machen wir uns einfachheitshalber per Rad auf den Weg. Es ist definitiv kein Vergnügen mit den Velos durch den dichten Verkehr zu kurven, immer im Slalom um die grobmaschigen Schachtdeckel, aber bei diesem Stau sind wir sogar abschnittsweise schneller als die Taxis. Hinzu kommen die äusserst unangenehmen Abgase, welche von den alten Bussen direkt in unsere Lungen gepufft werden. Wenn die Botschaftsangestellten ein Spiegel der Landesbevölkerung sind, so können wir uns sehr auf Laos und Kambodscha freuen. Hier bekommen wir je ein 1-Monats-Visum, was ausreichend sein sollte.

Bei den Chinesen warten wir mit gegen 250 anderen Anwärtern darauf, dass wir unsere Antragsformulare einreichen können, wobei die Beamtin nicht einmal aufschaut als wir ihr am Schalter endlich gegenüberstehen. Unser Wunsch, ein Visum für 180 Tage zu bekommen, wird sofort abgelehnt und wir bekommen lediglich 30 Tage. Wir erreichen auch nicht mehr, als wir der Frau zu verstehen geben, dass wir per Rad unterwegs sind und alle unsere Destinationen – die ja weit auseinander liegen – auflisten. Vielleicht haben wir ja dann doch noch Glück, denn wie wir mittlerweile erfahren haben, werden wir Visums-Verlängerungen in allen grösseren Städten innerhalb Chinas beantragen können. Aufgrund der Einreisefrist, werden wir das Visum für Vietnam erst in Vientiane – der laotischen Hauptstadt – besorgen können.

Als wir Bangkok verlassen, verbleiben uns nur noch drei Wochen der 1-monatigen Aufenthaltsgenehmigung in Thailand. Wir wollen diese restliche Zeit vorwiegend im Nordwesten und Norden des Landes verbringen, wo uns einige Berge erwarten und entschliessen uns deshalb, von Bangkok aus den Zug nach Lampang (ca. 100 km südöstlich von Chiang Mai) zu nehmen. Um 05.00 Uhr morgens sind wir bereits auf dem Bahnhof, denn eine Stunde später fährt der Zug. Der Velo- und Gepäckverlad verläuft reibungslos; Thailand ist sehr gut organisiert.

Von Lampang aus besuchen wir das "Thai Elefant Conservation Center (TEC)". Seitdem die Regierung in den 90er Jahren den Einsatz von Elefanten für Holzfällarbeiten verboten hat und das Holzfällen ebenfalls stark eingeschränkt wurde, sind nun viele Tiere "arbeitslos". Jetzt wissen wir auch, weshalb wir unterwegs nie Dickhäuter bei der Arbeit oder am Planschen angetroffen haben. Das TEC ist eigentlich ein "Elefanten-Altersheim", in welchem die Tiere artgerecht gehalten werden, aber auch Jungtiere begeistern die Besucher. Wir erfahren viel über die Tiere selbst, sowie über ihr Leben als Arbeitstiere. In einer Darbietung werden den Besuchern die ehemaligen Arbeitsmethoden in unterschiedlichem Gelände (steil, eng, am Abgrund) demonstriert, welche die Tiere immer paarweise verrichteten. Im TEC gibt es auch ein Elefantenspital – ein Kran mit einer Ladekapazität von 4 Tonnen steht für Operationen bereit :-) . Auf burmesischer Seite sind immer noch Tiere im Einsatz, teilweise auch von thailändischen Bauern. Da diese Gegend stark vermint ist, verunfallt auch hin und wieder ein Elefant und so werden diese Minenopfer im Spital gepflegt. Der Holzschmuggel – vorwiegend Teak – zwischen Myanmar und Thailand floriert und findet überwiegend nachts statt.

In Chiang Mai können wir im Haus von Keng wohnen. Keng ist eine Bekannte von Rene und Mano (Rolands Bruder, resp. Kollege). Da sie aber gerade während drei Monaten in der Schweiz weilt, werden wir von Bee, ihrem Vater, freundlich aufgenommen und bewirtet. Drei Tage bleiben wir in Chiang Mai, bevor wir in Richtung Berge aufbrechen.

Chiang Mai ist das Zentrum des vielfältigen thailändischen Kunsthandwerks und so besuchen wir die eine oder andere Manufaktur in der näheren Umgebung. Ballenweise Seidenstoffe von hoher Qualität werden hier von Hand gewoben. In der einen Fabrik können wir auch den Prozess der Seidengewinnung erleben: Also, fangen wir mal beim Ei an, das vom Seidenraupenfalter gelegt wird. Daraus entwickeln sich die Seidenraupen, die sich an den Blättern ihrer Wirtspflanze vollfressen, bis sie fast bersten. Danach fangen diese fetten Raupen an sich einzupuppen, spannen sich ein in hauchdünnen Seidenfaden. Das Cocoon – ein richtiger Mumienschlafsack – entsteht. Die Cocoons werden gekocht, die fette Made somit abgetötet. Jeweils 30 Cocoons werden zusammengenommen und zu einem 500m langen Seidenfaden gesponnen. Danach wird die Seide – aufgrund der grösseren Farbpalette – mit chemischen Farben eingefärbt. In einer schattenspendenden Halle sitzen die Weberinnen und weben die Fäden zu Tuch. An einem 8-stündigen Arbeitstag schafft eine gute Weberin bis zu 4m unifarbigen Stoff von 1m Breite. Im Showroom werden wir ob der produzierten Menge fast erschlagen. Anfangs dachten wir noch, dass die Weberinnen bloss "zur Show vor sich hin weben", denn die Stoffe auf den Ballen sind mit einer derartigen Regelmässigkeit gefertigt, dass wir fast nicht glauben können, dass dies alles Handarbeit sein soll. Ein Blick auf den Webstuhl bestätigt aber, dass wirklich mit grösster Präzision gearbeitet wird. Seidenstoffe in allen erdenklichen Farben, dünnere, dickere, uni, bunte, Wahnsinn! Ja, ja, ihr werdet es erahnen: Sabine kauft sich Stoffe für drei Oberteile und eine Hose und Roland leistet sich einen massgeschneiderten Anzug – aus Cashmere zwar, denn Seide würde an ihm doch ein bisschen arg schlüpfrig aussehen, hihihi.

Auch papierbespannte Sonnenschirme, Holzschnitzereien aus Mango- und Teakholz und Silberschmuck entstehen in dieser Gegend in aufwändiger Handarbeit.

Nebst dem, dass Keng Zimmer vermietet, bietet sie auch noch Kochkurse in thailändischer Küche an. Während ihrer Abwesenheit ist Bee ein sehr guter "Aushilfskoch" und so erlernen wir an einem Tag drei wunderbare Rezepte aus der hiesigen reichhaltigen kulinarischen Palette. Bisher haben wir ja vorwiegend von den Nudelsuppen geschwärmt, die uns tagsüber immer Power gaben. Beim abendlichen Kohldampf jedoch, schlemmen wir immer andersweitig: Green Curry mit Reis (sehr scharf und somit Rolands Favorit), Red Curry, Chicken Satay (Poulet-Spiessli mit Erdnusssauce), Pad-Thai (Nudelgericht mit Limetten und Erdnüssen) oder Tom Kha Gai (Pouletgeschnetzeltes mit Pilzen an Kokosnusssauce, Sabines Favorit). Aus ca. 30 Rezepten können wir drei auswählen, die wir kochen wollen. Der Entscheid fällt sehr schwer und vermutlich werden wir noch einen Zusatzkochtag einlegen müssen ... und so entscheiden wir uns fürs Erste für: "Gedämpfter Fisch an Chili-Cocossauce im Bananenblatt-Becher", "Tom Kha Gai", sowie "Poulet-Knusperli mit Cashew-Nüssen". Hmmm, läuft Euch auch schon das Wasser im Mund zusammen? Zu dritt begeben wir uns am Morgen auf den Markt, wo wir sämtliche Zutaten frisch einkaufen: Galangal-Wurzeln, Limonengras, Koriander, Limetten, Kaffirlimetten-Blätter, Chili, Pilze ... Zurück im Haus werden auf dem Küchenboden erst einmal zwei Matten ausgerollt, denn gearbeitet und gerüstet wird auf dem Boden sitzend. Ziemlich ungewohnt und wir wissen kaum, wo wir mit den Beinen hin sollen. Obwohl Kengs Vater nur wenig englisch spricht, haben wir den Plausch: Roland mörsert, Sabine hackt und Bee brutzelt. Die thailändische Küche ist wirklich sehr vielseitig, denn selbst die einfacheren Menus bestehen aus unzähligen kleineren Zutaten und Gewürzen, die dem Mahl eben "das gewisse Etwas" verleihen. Das Resultat lässt sich sehen und die Menus sind wirklich hervorragend gelungen. Zum Glück bekommen wir mittlerweile die meisten Ingredientien auch in der Schweiz, sodass wir Euch und uns hin und wieder einmal verwöhnen können.

Nachdem wir zwei Tage in Chiang Mai verbracht haben, machen wir uns am 16. März auf in Richtung Nordwesten. Der "Big Loop" (grosse Schlaufe) wartet auf uns. Vorgängig haben wir abgeklärt, wo es entlang der Strecke Unterkunftsmöglichkeiten gibt, sodass wir unsere Tagesetappen entsprechend planen konnten. Wie wir erst später erfahren, soll es sich bei dieser Nordwest-Schlaufe um die anspruchsvollste Strecke in Thailand handeln. Dass es anstrengend wird, wissen wir von anderen Velofahrern bereits und so lassen wir den grössten Teil des Gepäcks bei Bee zurück. Während Roland mit den beiden Hintertaschen (total ca. 20kg) beladen ist, fährt Sabine gepäckfrei !!! Yupiii !!!

Zehn Tage – ohne Ruhetage – planen wir für die 620km lange Strecke ein, denn wir wissen nicht wieviele Höhenmeter wir bewältigen werden müssen. Da es tagsüber immer sehr heiss wird, starten wir um 06.00 Uhr in Chiang Mai. Die ersten 35km müssen wir dem Highway folgen. Danach biegt die Strasse ab und wird allmählich hügeliger, bis wir kurz darauf die ersten Berge vor uns haben. Die Strasse windet sich in Serpentinen und abschnittsweise enorm steil den Berg hoch. Bei den thailändischen Ingenieuren herrschen wohl noch andere Ansichten über ideale Strassenneigungen... Trotz Anstrengung geniessen wir die Fahrt auf der wenig befahrenen Strecke, immer das Vogelgezwitscher und das Gezirpe der Grillen und Zickaden im Hintergrund. Als wir nach knapp 4.5h Fahrzeit ein idyllisches Restaurant an einem Teich entdecken um unsere stärkende Nudelsuppe zu schlürfen, staunen wir nicht schlecht, dass dies bereits unser Übernachtungsort sein soll. Bis nach Pai hätte es keine Unterkunft mehr und wir seien unmittelbar vor Pa Pae, wo wir eigentlich hinwollten. Der erste Tag fällt somit relativ locker aus.

Als wir Pa Pae um 06.15 Uhr verlassen, herrschen hier doch tatsächlich kalte 12°C! ... Und dann geht es auch noch vorwiegend abwärts, was wir sonst ja sehr schätzen ... Seit 4 Monaten frieren wir zum ersten Mal wieder! Heute fahren wir durch saftig grünen Wald, passieren unzählige Hügel, einen Pass auf 1'370m.ü.M. und befinden uns oberhalb von 1'000m.ü.M. inmitten von Föhren, wo sonst in dieser Umgebung überwiegend Teakbäume wachsen. Stellenweise duftet es herrlich nach Sandelholz. Die Strasse ist mehrheitlich gut und so können wir natürlich die rasanten Abfahrten richtig geniessen. Vielerorts können wir es aber nicht so richtig sausen lassen, denn der Weg ist derart steil, dass wir ständig bremsen müssen. Hin und wieder müssen wir auch einen Zwangsstopp einlegen, damit die Felgen abkühlen können, denn sie erhitzen sich enorm. Kurz bevor wir in Pai einradeln, lassen wir unsere Räder im Schatten stehen und machen uns auf den Weg zum ausgeschilderten "Canyon". Eine kleine "Hochebene" – mit Teakbäumen bewachsen – steht in der Ebene, in der Pai liegt. In dieser "Hochebene" sind grössere Erdmassen wegerodiert, sodass nur noch vereinzelte dünne Erdwände in der Landschaft stehen.

Auch in Pai geht es wieder frühzeitig los und es ist noch ziemlich frisch. Bald jedoch beginnt der lange Aufstieg von gut 600m.ü.M. auf die Passhöhe auf 1'390m.ü.M. Wir passieren Stellen, an denen gerade eine neue Brücke gebaut oder die Strasse neu geteert wird. Einige Abschnitte sind somit nur Schotter und stellenweise "mörderisch" steil. Besonders die engen Kurven haben es in sich und wir beanspruchen in solchen Situationen die ganze Strasse für uns. Ohne gross auszuholen schlängelt sich die Fahrbahn sehr eng den Berg hoch. 21% ist die steilste Stelle, die wir überwinden müssen. Sie verlangt uns unsere letzten Kräfte ab. Kurz vor der Passhöhe sind einige Strassenarbeiter daran, mit dem Presslufthammer den Fels abzuspitzen, damit die Strasse verbreitert werden kann. An anderen Stellen rutschte der Hang ab, sodass die Strasse enger geführt oder gar umgeleitet werden musste. Immer wieder begegnen uns unterwegs Leute aus den umliegenden Bergdörfern. Mit ihren grossen geflochtenen Körben, die sie auf dem Rücken tragen, sind sie unterwegs. Es sind Angehörige der verschiedenen Hilltribes (Bergvölker), die im Grenzgebiet Myanmar/Thailand/Laos heimisch sind. Diese Minderheiten sind noch sehr traditionell gekleidet, sprechen ihre eigenen Sprachen, betreiben Landwirtschaft und bauen u.a. Opium an. Ihre Kultivationsform ist die Brandrodung. Ganze Berghänge werden dafür in Brand gesetzt. Brandrodung wird betrieben, bevor im Mai der Monsun einsetzt, d.h. dass wir während unserer ganzen Fahrt im Gebirge keine Weitsicht haben und uns der stechende Rauch das Atmen erschwert und die Augen rötet. Ist der Wald grossflächig abgebrannt, wird zuerst das Holz gesammelt und als Brennholz verwendet, danach wird das Land bepflanzt. In Soppon (Bang Mapha) bleiben wir über Nacht.

Mit Barry, einem ca. 50-jährigen Kanadier, fahren wir die nächste Etappe nach Mae Hong Son. Es ist enorm heiss und wir müssen immer wieder Halt einlegen zum "Tanken". Nudelsuppe und "fritierte Bananen im Kokosmantel" geben uns den nötigen Sprutz. Heute zeigt der Velo-Compi doch tatsächlich 27% Steigung an, was wir anfänglich völlig in Frage stellen, denn wir befürchten, dass unser Supergerät an einem Hitzestau leidet. Mittlerweile, nachdem wir noch weitere Berge in Nordthailand und Laos hinter uns haben, denken wir, dass diese Angabe durchaus realistisch sein kann. Immer wieder feuern uns vorbeifahrende Automobilisten an, hupen oder halten den erhobenen Daumen aus dem Fenster. Hei, wie das anspornt !!!

Nach Mae Hong Son sind Khun Yuam, Mae Sariang und Ban Bo Luang die nächsten Etappen, bevor wir unsere Schlaufe beenden. Zwischen Mae Sariang und Ban Bo Luang erreichen wir mit 1'800 bewältigten Höhenmetern den bisherigen Tageshöhenrekord auf unserer Reise. Von Ban Bo Luang nach Hod gabs eine Gewaltsabfahrt von 40km! Vor Hod kommen wir an einer imposanten Schlucht vorbei, die ganz eng neben der Strasse verläuft und ins Tal hinunterschlängelt.

Am Abend des 23. März – zwei Tage früher als geplant – haben wir's und sind wir geschafft: In den vergangenen Tagen haben wir nebst den erwähnten Kilometern auch noch 8'500 Höhenmeter zurückgelegt und obwohl wir ja nicht leistungsorientiert unterwegs sind, sind wir auf das in den letzten 8 Tagen Erreichte schon ein wenig stolz. Todmüde aber überglücklich strampeln wir in Chiang Mai ein ... und was denkt ihr, machen wir als Erstes? OK, Duschen, logisch, aber dann, dann gehts auf zur Massage! Während einer vollen Stunde lassen wir uns von oben bis unten durchkneten, mit Schwerpunkt Waden und Oberschenkel. Tja, manchmal, wenn die Masseuse ihren Griff zu fest ansetzt, jucken wir auf, aber sonst bewegen wir uns in den kommenden Tagen nicht mehr allzu fest.

Noch drei volle Tage verbringen wir in Chiang Mai, wo wir nochmals einen Kochtag absolvieren. Wir treffen auf andere Velofahrer, mit denen wir uns zum Abendessen verabreden und Infos austauschen, Veloputztag ist angesagt und Kettenwechsel, wobei wir die Ketten in einem Bikeshop reinigen lassen.

Am 27. März verlassen wir Chiang Mai um 07.30 Uhr, denn es wird wieder heiss. Doch wir kommen nicht weit: krch, drr, krch, drr tönts von Rolands Fahrrad! Riemen? Nein! Laub im Schutzblech? Nein! Wechsel? Nein! Es ist die Kette! Der "professionelle" Bikeshop hat versagt und den Kettensplint nicht richtig in die Glieder geschoben und "vermurgst". Zwar hätten wir selber noch Ersatzsplints dabei (diese Ministöpsel sind sehr kostbar), doch erwarten wir, dass der Velomech den Schaden behebt. Zwei Stunden harren wir vor der Bude aus, bis diese endlich öffnet und bis wir dann wirklich losdüsen können, ist es auch schon wieder brütend heiss.

Fünf Tage später, nach etlichen weiteren Höhenmetern, rollen wir im Grenzort Chiang Khong (Thailand) / Ban Huai Sai (Laos) ein. Für diejenigen unter euch, die es ein bisschen genauer wissen wollen: Chiang Mai - Chiang Dao - Tha Ton - Mae Chan - Chiang Saen - Chiang Khong/Ban Huai Sai.

Der Abschied von Thailand fällt uns nicht leicht. Von der Bevölkerung wurden wir immer herzlich empfangen, wir haben eine reichhaltige Kultur kennengelernt, sind durch abwechslungsreiche, bizarre und faszinierende Landschaften geradelt und haben immer, wenn wir mal das Hochzeitsessen im Süden ausser Betracht lassen, hervorragend gegessen. Mit Thailand verlassen wir auch das Reich von König Bumipol (Rama IX), den wir immer liebevoll Gummiboll nannten, der dieses Jahr "60 Jahre auf dem Thron" feiert und somit der am längsten regierende Monarch ist.

Wir haben den Mekong vor uns, diese Lebensader, die im tibetischen Hochland entspringt und deren Wasser sich mit einem Riesendelta südlich von Saigon (Vietnam) ins südchinesiche Meer ergiesst. Das Gefühl ist unbeschreiblich: "Mekong" hörte sich bisher immer so "weit entfernt" an – und jetzt stehen wir plötzlich an seinem Ufer. Er ist noch relativ sauber – optisch zumindest – und schon beeindruckend breit. Am nächsten Tag werden wir ihn mit einer "gebrechlichen" Fähre überqueren und dann unser Abenteuer in Laos starten.

Tourenstatistik:
  • Anzahl Reisetage:
  • Anzahl Velotage:
  • Total Velodistanz:
    Davon nicht asphaltiert:
  • Total gefahrene Höhenmeter:
  • Total reine Fahrzeit:
217
107
6'183km
102km
47'169m
419h 19min

Zu den Fotos...

Sabine & Roland, 31.03.2006

© pk&mk 13.04.2006