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Safari-SalamaReisebericht 4 vom 18.11. - 22.12.2005Athen - Istanbul - Singapur - Malaysia |
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So einfach scheint es nicht zu sein, unser Südostasien-Abenteuer zu starten. Die Griechen machen es uns nicht gerade einfach und die Turkish Airlines möchte auch noch ein paar zusätzliche Euros an uns verdienen... aber alles schön der Reihe nach. Wie wir bereits im letzten Bericht geschrieben haben, decken wir uns in der Stadt vorsorglich mit riesigen Kartonschachteln ein. Daraus wollen wir, sofern wir nichts Besseres finden, eine Verpackung für unsere Räder zusammenbasteln. Da dies jedoch sehr aufwändig würde, klappern wir die Stadt noch nach Veloläden ab. Glücklicherweise werden wir bald fündig und sind alsbald stolze Besitzer von zwei Originalveloschachteln. Doch leider sind sie von den Abmessungen her für unsere Räder etwas knapp ausgefallen; aber immerhin besser als an einem Bastelhalbtag zwei zusammengeklebte und nur wenig stabile Boxen herzustellen. Damit wir auf dem Flughafen keine böse Überraschung erleben, bleibt uns nichts anderes übrig, als in unserem Hotelzimmer – mit Blick auf Akropolis – eine Probedemontage und -packung vorzunehmen. Vorderrad, Schutzblech, Licht, Lowrider (vorderer Gepäckträger) und Lenker müssen demontiert werden und werden mitsamt dem restlichen Rahmen in die Schachteln gequetscht. Danach heisst es, wieder alles zusammenzuschrauben, denn irgendwie müssen wir mit unseren 13 Gepäckstücken, den Rädern und Schachteln zum ca. 30km entfernten Flughafen gelangen. Der Zufall will es, dass es just an diesem Tag stark regnet und die bestens vorbereiteten Schachteln völlig aufweichen. Mit der Metro solls zum Flughafen gehen. Bereits nach unserer Ankunft in Athen haben wir abgeklärt, ob ein Fahrradtransport per U-Bahn möglich sei und dafür das OK erhalten. Dass nicht immer alles reibungslos verläuft, wissen wir als erfahrene Globetrotter längst. Und so löst die Mitteilung, dass angeblich ausgerechnet heute vom obersten U-Bahn-Boss ein Fax versendet wurde, der das Transportieren von Fahrrädern in der für die Olympischen Spiele 2004 neu erstellten Metro ab sofort untersagt, ein müdes Lächeln aus... Eine Fügung will es, dass gerade in diesem Moment ein Stromausfall in unserer Station auftritt und so schmuggeln wir uns an den nun anderweitig beschäftigten Überwachungs- und Kontrollposten vorbei in den Zug. Als hätten wir die Probleme vorausgesehen, begeben wir uns bereits einen Tag vor unserem Abflug auf den Flughafen und können so in aller Ruhe die Räder auseinandernehmen und verpacken. Die Nacht verbringen wir in der Ankunftshalle. Beim Einchecken folgt dann die zweite Überraschung, denn die Fahrräder werden nicht, wie uns ausdrücklich in der CH bestätigt, pauschal verrechnet, sondern als Übergewicht angerechnat. 16 Euro pro Kilo Übergewicht; macht bei unseren beiden Fahrrädern satte 560 Euro, anstatt der versprochenen 120 Euro! Das Bodenpersonal ist gütig und verrechnet uns nur 10kg. Endlich alles geschafft – ab ins Flugzeug nach Istanbul. Hier nutzen wir den 10-stündigen Aufenthalt, um uns ein Bild vom sehr lebhaften Stadtzentrum mit dem geschäftigen "Grand Basar" und den Moscheen zu machen. Für kurze Zeit tauchen wir ein in die Welt aus 1001 Nacht. Nach einer weiteren Zwischenlandung in Bangkok, erreichen wir am Abend des 19. November 2005 den Stadtstaat Singapur (3.5 Mio Einwohner). Das Gepäck steht schon neben dem Förderband bereit, sodass wir es gleich entgegennehmen können. Doch ... eine Kleinigkeit fehlt ... wo ist denn Sabines Velo? Wir suchen alle Gepäckbänder ab, aber ohne Erfolg! Unverzüglich geben wir eine Vermisstmeldung auf, sind verständlicherweise ziemlich verärgert und überlegen bereits, wie wir vorgehen wollen mit nur einem Fahrrad. Übernachten werden wir sowieso im Flughafen, da es bereits dunkel ist. Aber wie gelangen wir mit all dem Gepäck und nur einem Velo ins 20km entfernte Stadtzentrum? Unsere Freude und Erleichterung ist gross, als Sabine nach einer Stunde auf dem Spezialförderband für übergrosses Gepäck eine einsame Kartonschachtel entdeckt und als ihr Fahrrad identifiziert. Nochmals alles gut gegangen! Fortan begleitet uns tropisch-schwüles Klima und schwitzen gehört zur Tagesordnung. Das Bild der sehr gepflegten, sauberen und wirtschaftlich weit entwickelten Stadt bestätigt sich auf den ersten Blick vollumfänglich. Ein gut ausgebautes Strassennetz mit ausreichend breiten Trottoirs, Schilder mit den "dos and don’ts" im öffentlichen Raum, Shoppingcenter, die unserem Standard entsprechen und sehr einladende Wohnquartiere. Begibt man sich jedoch ins "little India", nach Chinatown oder in die bei der wohlhabenden Bevölkerung weniger begehrten Quartiere, ist es schon bald vorbei mit dem herausgepützelten Stadtbild. Heruntergekommene Wohnblöcke, kaputte und nicht durchgehende Trottoirs und verstreute Abfälle passen nicht ganz ins Image, das von der Regierung gewünscht wird. Doch gerade diese Stadtteile haben es uns angetan. Farbenfrohe Sareeläden und herrlich duftende Gewürzstände mit Nelken, Kardamom und Curry zwischen einfachen indischen Restaurants, chinesische Tempel im lebhaften Chinatown, Räucherstäbchen, Hühnerfüsse und Billiguhren... Auch nicht zu vergessen ist natürlich das äusserst vielfältige und multikulturelle kulinarische Angebot, welches vor allem in sogenannten Food-Courts erhältlich ist. Diese befinden sich meist im unteren Geschoss eines Einkaufszentrums. Man schlendert den Essständen entlang, bis einem das Wasser im Mund zusammenläuft und wählt nach Lust und Laune eines der unzähligen Angebote aus. Diese kulinarische Vielfalt ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Chinesen 77% der Bevölkerung ausmachen (sie kontrollieren vor allem die Wirtschaft), 14% sind Malaysier (Muslim), 7% Inder und der Rest verteilt sich auf verschiedenste südostasiatische und westliche Nationalitäten. Der Kocher wird also für die nächsten Monate in der Velotasche bleiben, denn bei diesem feinen und günstigen Essen lohnt es sich wirklich nicht selber zu kochen. Asiatisch, indisch und japanisch beinhaltet fortan unsere Speisekarte. Highlight ist natürlich – vor allem für Sabine – das Sushi-Nachtessen à Discretion an der Sushibar. Auf einem Förderband fahren die schön zubereiteten Sushi, Sashimi und anderen japanischen Köstlichkeiten am Tisch vorbei und man nimmt sich einfach das, was das Herz am meisten begehrt. Natürlich nutzen wir auch die Gelegenheit, den äusserst schön angelegten Botanischen Garten mit der umfangreichen Orchideenanlage zu besichtigen. Es scheint, als ob hier die Orchideen so wachsen, wie bei uns die Rosen. Die unterschiedlichsten Formen, Farbkombinationen und Muster sind zu bewundern; ein Paradies für alle Orchideenliebhaber. Nur die tropische Hitze (über 30°C und ca. 85% Feuchte) hält einem vom stundenlangen Betrachten ab, und wir sind froh, wenn wir uns ab und zu in einem klimatisierten Raum abkühlen können. Orchard Road ist die Einkaufsstrasse Nr. 1 in Singapur. Geschäft reiht sich an Geschäft, Shopping-Center an Shopping-Center. Alles was Rang und Namen hat im internationalen Designermilieu ist hier erhältlich. Der Hang der Asiaten zu – aus unserer Sicht – extremem Kitsch, wird an der Orchard Road besonders deutlich: Die überladene, überdimensionierte und sehr kindhafte Weihnachtsdeko erschlägt uns fast. Da Singapur für asiatische Verhältnisse sehr teuer ist, begnügen wir uns mit einem einfachen Zimmer. Aber dass es sich dabei um einen Raum von ca. 2.5x2.8m handelt und kein Fenster hat, hätten wir uns zuvor auch nicht vorgestellt. Aber immerhin haben wir air-conditioning (Klimaanlage), was hier sehr viel Wert ist, sowie ein absolutes Minilavabo, wo gerade mal die Hände reinpassen, falls man diese überhaupt unter den Wasserhahn kriegt. Die Räder finden auch noch Platz in unserer Suite. Um ins Bett zu gelangen gibts Salto und Hechtsprung. Dusche und WC sind sehr primitiv und mit den andern Gästen zu teilen. Sie liegen direkt neben einer Schmuddelküche, wo wir jeden Morgen 2 harte Eier und 2 Ami-Toast zum Frühstück bekommen. Je ein 2kg Butter- und Konfikübel stehen ebenfalls bereit. Da das Klima das ganze Jahr über heiss und feucht ist, sind die Sanitärräume und Küche zueinander und nach draussen offen. So kommt nicht selten noch ein zusätzlicher Duft zum "leckeren" zMorge... Nach sieben ausgiebigen Tagen in Singapur drängt es uns wieder auf die Räder und wir fahren am 26. November über die Grenze nach Malaysia. Der Grenzübertritt geht problemlos über die Bühne. Als erstes beschaffen wir uns in Johor Bahru malaysische Ringgit und machen uns dann auf den Weg an die Westküste. Zuerst aber müssen wir uns an den Linksverkehr gewöhnen. Nicht ungefährlich sind dabei vor allem die Einmündungen auf die oftmals autobahnähnlichen zweispurigen Strassen. Dies vor allem, wenn wir bereits auf der Schnellstrasse sind und ganz links fahren und die einmündenden Autos abbremsen müssen oder noch kurz vor uns auf unsere Fahrbahn wechseln. Von Pontian Kechil aus unternehmen wir einen Tagesausflug ins 20km südlich gelegene Fischerdorf Kukup. Das traditionelle Dorf ist auf Pfählen im Meer gebaut, doch sind viele Häuser nicht mehr ganz so traditionell und viele Pfähle sind betoniert. Von Idylle scheint uns hier nichts zu sein. Der ganze Abfall wird einfach über den Steg ins Meer geworfen. Bei Flut wird die Masse an die Küste gespühlt und bei Ebbe kommt die ganze Schweinerei unter den Häusern wieder zum Vorschein. Auf den Holzstegen wird überall zerstampftes Crevetten- und Krabbenmus zum Trocknen ausgebreitet. Auf der vorgelagerten Mangroveninsel erfahren wir einiges über den Nutzen der Mangroven und entdecken sogar ein Mangrovenwildschwein, eine giftige Mangrovenviper und Affen. Als wir beim Parkeingang vier Abfalleimer mit Trennsystem vorfinden, werden wir schon sehr stutzig und sprechen den Aufseher kritisch darauf an. Dieser klärt uns auf, dass hier mit der Abfallentsorgung gerade begonnen wird und es eben schwierig sei, die Leute davon zu überzeugen. Uns scheint es jedenfalls absolut lächerlich, diese Mülltonnen dort aufzustellen, wo sich die ohnehin umweltbewussteren Touris aufhalten, wenn keine 200m daneben die gesamte Bevölkerung null Bewusstsein für Abfallentsorgung hat und in der Kloake lebt. Es wäre ja bereits ein enormer Fortschritt, wenn der Abfall nur schon gesammelt würde – über Trennung kann man dann zu einem späteren Zeitpunkt sprechen. Die Westküste Malaysias scheint uns landschaftlich nicht besonders attraktiv. Unser Weg führt meist einige Kilometer von der Küste entfernt durch ebene Palmöl-, Gummibaum- und Bananenplantagen. Vom ursprünglichen Regenwald ist hier nichts mehr zu sehen. Die Dörfer bestehen aus einem Mix von traditionellen Malay-Häusern (Holzhäuser auf Pfählen, da es hier oft und stark regnet), heruntergekommenen Hütten und teilweise besseren gemauerten Wohnhäusern und sind meist sehr zersiedelt, sodass wir dauernd an Gebäuden vorbeifahren. Auch Verkaufsstände stehen entlang der Strasse und so können wir uns mit frischer Ananas, Melone oder Rambutan (weisse wässrige Frucht wie Litschi, aussen lange rötliche Haare) stärken. Immer wieder rufen und winken uns die Leute zu und grüssen uns mit einem Lächeln im Gesicht. Die Bevölkerung ist äusserst freundlich, hilfsbereit und herzlich und nie scheinen uns die Menschen aufdringlich. Einige Leute sind sehr interessiert an unserer Reise und ganz erstaunt, wenn sie von unserem Vorhaben erfahren. So hatten wir schon unterhaltsame Gespräche mit einer Ladenbesitzerin in Tapah, zwei indisch-stämmigen Malaysiern, welche mit ihren Jungs an einem internationalen Cricket-Turnier teilnehmen, oder einem Malaysier, der in Skandinavien (!) über ein Jahr lang als Matrose gearbeitet hat. In Georgetown berichtet uns eine Galleristin von ihrem kürzlich erworbenen Haus in der Altstadt, das sie uns zeigt, und den Umbauplänen. Die Städte wirken ziemlich trostlos und haben nicht viel Charme. Auch das geschichtsträchtige Melakka, welches zur Zeit der portugiesischen Kolonisation im 16.Jh. seine Blütezeit hatte, konnte uns mit den wenigen übriggebliebenen Kolonialbauten nicht in seinen Bann ziehen. Unterkunft finden wir meist in einem von Chinesen geführten einfachen, aber stets relativ sauberen Hotel. Der Standard variiert jedoch je nach Ort von einfachsten Zimmern für ca. 8 sFr. mit Durchhänge-Matratzen, gemeinsamen Nasszellen, wo keine Wasserleitung dicht ist, das Wasser der Dusche aus der Wand schiesst und das Abwasser des Lavabos über den Boden läuft und in ein "Mäuseloch" in der Wand entwässert wird, bis hin zu Zimmern, die dem unteren schweizerischen Standard entsprechen und Privatbad und TV haben. Doch wenn man auch hier näher hinschaut, lassen viele Details zu wünschen übrig. Air-Condition oder zumindest Venti gehört aber immer dazu. In Kuala Lumpur nehmen wir uns vier Tage Zeit um die verschiedenen Stadtviertel, wie z.B. das boomende "Golden Triangle" mit den 452m hohen Petronas-Towers, das bunte little India und das lebhafte Chinatown zu besichtigen. Im bekannten Erholungspark lassen wir uns von der Vielfalt und Pracht der wunderschönen Schmetterlinge bezaubern. Einige der Prachtsexemplare – mit teilweise einer Flügelspannweite von bis zu 20cm – können wir später in den Cameron Highlands life entdecken. Wir können es kaum glauben, dass diese schönen Tiere nur drei Tage leben. Im Bird Park bestaunen wir eine Vielzahl an tropischen Vögeln – bis zu 300 Arten leben hier in riesigen netzüberspannten Gehegen. Darunter befinden sich auch die farbenprächtigen und vom Aussterben bedrohten Tukane, Hornbills und Papageien. Nach vier Tagen Citylife juckt es uns wieder in den Sattel zu steigen. Wir freuen uns auf die Berge und den landschaftlichen Wechsel vom eher monotonen Flachland ins abwechslungsreichere Regenwaldgebiet. Die auf 1500m.ü.M. gelegenen Cameron Highlands (höchste Gipfel ca. 2100m.ü.M.) sind ein beliebtes Bergerholungsgebiet der Malaysier mit einem angenehmen Klima. Doch sind die Dörfer überhaupt nichts Schönes – von Raumplanung keine Spur – und überall, wie schon in ganz Malaysia, werden ganze Quartiere, aus unserer Sicht ohne jeglichen architektonischen Anspruch, aus dem Boden gestampft. Für 20'000 sFr. ist hier schon eine einfache Wohnung oder ein Häuschen zu haben, inmitten Dutzender der genau gleichen Art. Teeplantagen und Erdbeerfarmen liegen hier zwischen den Regenwaldhügeln. Doch alles scheint sehr touristisch zu sein und es staut sich am Wochenende sogar der Verkehr an den an der Strasse stehenden Verkaufsshops. Mit "Jungle"-Trekking wird es auch nicht viel, da es jeden Nachmittag bindfadenartige Regengüsse gibt, die innert weniger Minuten niederprasseln und die Strassen zum Überschwemmen bringen. Nun verstehen wir auch den Nutzen der bis 1m tiefen Abwasserkanäle entlang den Läden in den Städten. Wir beschliessen, unsere Bergkur nicht künstlich zu verlängern. Die 90km nach Ipoh gehen nach einem letzten Aufstieg nur noch abwärts. Doch kaum haben wir den Bergkamm überquert (sind tropfnass nur vom Schwitzen), steigt dichter Nebel auf und innert Sekunden befinden wir uns im strömenden Tropenregen. Diese Regengüsse können sehr lokal sein (einige hundert Meter) und dahinter ist die Strasse f...trocken. Dieses Gewitter begleitet uns also den ganzen Nachmittag – so etwas haben wir noch nie erlebt. Im Gebirge stauen sich die Wolken noch mehr – wie bei uns – und wir haben auf der ganzen Strecke keine Möglichkeit zum Unterstehen ... links und rechts der Strasse Regenwald. Wir pedalen was das Zeug hält und freuen uns wie die Kinder. Innert kürzester Zeit sind wir bis auf die Unterwäsche durchnässt, aber was macht das schon aus bei Temperaturen gegen 30 Grad? Wir sind froh, dass wir uns auf einer Abfahrt befinden und nicht an einer Bergfahrt, denn da kommen richtige Bäche die Strasse hinunter. Die sonst schon gefährlichen Unebenheiten füllen sich mit Wasser und sind dann nicht mehr zu erkennen. Wir müssen extrem vorsichtig fahren, da auch die Bremswirkung sehr eingeschränkt ist. Als wir im Tiefland ankommen, nimmt das Gewitter noch mehr zu und wir stehen bei der erstbesten Möglichkeit (einem schicken Hotel) unter. Kaum im Trockenen – wir haben Schwimmhäute wie Enten – schlägt ein Blitz in ca. 100m Entfernung von unserem Standort ein. Wie sind wir doch froh, dass wir geschützt sind! Als uns der Portier des Hotels – selber begeisterter Velofahrer – auch noch erzählt, dass er auf einer Velofahrt in die Cameron Highlands nachts einmal einen Tiger die Strasse überqueren sah, finden wir dies bereits nicht mehr so lustig und sind erleichtert, dass wir dies nicht vorher schon wussten... was zuviel ist, ist zuviel! Auf der Fahrt nach Georgetown machen wir bei der märchenhaften Ubudiah-Moschee in Kuala Kangsar Halt und lassen uns von einem Wächter die heilige islamische Stätte zeigen. Seitdem wir die Cameron Highlands verlassen haben, haben wir täglich z.T. starken Regen, was laut den Einheimischen eher ungewöhnlich ist, da die Regenzeit an der Westküste eigentlich vorbei sein sollte. Die verbleibenden 115km bis Georgetown bewältigen wir an einem Tag und lassen uns mit der Fähre auf die Insel Penang bringen. Georgetown ist die älteste britische Kolonialstadt in Malaysia und gefällt uns sehr. Farbige, typische Kolonialbauten zeugen heute noch von der blühenden Handelsstadt des 19.Jh. Mit dem ausgezeichneten und vielfältigen kulinarischen Angebot, sowie der easy going Atmosphäre hält uns die Stadt vier Tage in ihrem Bann. Es ist auch hier, wo wir die Bekanntschaft mit Tai, einem Bekannten von Sabine Kaufmann machen, und zusammen zwei unterhaltsame und amüsante Abende verbringen. Beim Besuch einer Batikfabrik lernen wir die Prozesse der Herstellung der sehr arbeitsaufwändigen Batikkunst kennen. In Handarbeit werden die Stoffe (Seide oder Baumwolle) mit Wachsstempeln bedruckt oder mit einer Wachspfeife das Grundmuster aufgezogen und anschliessend in mehreren Durchgängen bemalt. Ist das Motiv fertig erstellt, wird der Wachs durch Wegschmelzen entfernt und das weisse Grundmuster kommt zum Vorschein. Es fällt uns einmal mehr auf, dass die einheimischen Touristen nicht besonderes Interesse am Hintergrund und Arbeitsprozess selber zeigen, dafür umso mehr Zeit im Shop verbringen, und wir für die Tour viel mehr Zeit beanspruchen. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Gewürzgarten. Wir erfahren viel über die Herkunft, die Spezifikationen und den medizinischen Gebrauch der Gewürze und Kräuter, sowie über die Handelswege und deren Wichtigkeit vor allem in kolonialer Zeit. Zur Zeit befinden wir uns bereits in Thailand – und das einen Tag früher als erwartet. Von Georgetown fahren wir wie beabsichtigt in einem Tag nach Alor Setar. Wir haben die Stadt noch nicht erreicht, als uns ein einheimischer Fahrradfahrer anhält und nach unserer Weiterfahrt fragt. Wir geben ihm Auskunft über unsere Pläne, in den nächsten zwei Tagen nach Thailand zu radeln. Sofort winkt er ab. No possible ... road no good ... road closed ... everywhere flooding. Wir können uns gar nicht vorstellen, dass es so schlimm sein soll und setzen unseren Weg fort. Geht auch alles ganz problemlos, bis wir Alor Setar erreichen und dort viele Strassen sehen, die unter Wasser stehen. Während der letzten Tage hat es in diesem Gebiet ununterbrochen geregnet und grosse Teile Südthailands und Nordmalaysias stehen unter Wasser. Hat Yai – unser ursprüngliches Ziel – hat bis zu 2m Wasser. Das Unwetter hat bisher bereits 27 Menschenleben gefordert. Auf der Suche nach einem Hotel bleiben wir erfolglos, denn entweder haben sie Wasserschaden oder aber gar kein Wasser, da dieses abgestellt wurde. Wir radeln einige Kilometer zurück und finden ein schönes modernes Hotel, das vom Unwetter verschont blieb. Unsere Route müssen wir gezwungenermassen ändern und fahren von Alor Setar an die Küste nach Kuala Kedah. Von dort gehts per Boot zur Insel Langkawi, und von dort weiter nach Satun in Südthailand. Auch heute hat es hier den ganzen Tag stark geregnet, sodass wir vorläufig auf eine Weiterfahrt verzichten. Die Infos, die wir hier über den Strassenzustand bekommen, variieren stark und so wissen wir nicht, ob wir unsere Fahrt morgen fortsetzen können. Tourenstatistik:
Sabine & Roland, 22.12.2005 |
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| © pk&mk 03.01.2006 | |||