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Velotour Südafrika - NamibiaReisebericht vom 08.03. - 23.03.2005Cape Town - Noordoewer: Mit den Velos Südafrikas Westküste entlang bis Namibia |
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Route:
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english: Die zwei Tage in Cape Town vergehen im Nu! Wir erkunden die Stadt hauptsächlich zu Fuss, geniessen das pulsierende Leben in der Long Street, den Handwerkermarkt auf dem Greenmarket Square, die bunten Häuser im Bo-Kaap Viertel, die Einkaufsläden & Restaurants an der Waterfront sowie die gar nicht scheuen Eichhörnchen im Botanical Garden. Zudem machen wir einen Ausflug auf Robben Island, die Cape Town vorgelagerte ehemalige Gefängnisinsel, auf welcher Nelson Mandela & viele andere Kämpfer gegen die Apartheid zwischen 1963-1991 gefangen gehalten wurden. Die Inselrundfahrt & die Führung durch die Gefängnisbauten sind sehr informativ & authentisch, insbesondere da es sich bei den Guides um ehemalige politische Gefangene auf Robben Island handelt. Die Besteigung des Table Mountain klappt hingegen nicht, da das berüchtigte 'Tablecloth' (Nebelfetzen um den Table Mountain) die Aussicht verdeckt. Nach einer Nacht mit viel Regen scheint am Donnerstag Morgen 10.03.2005 wieder die Sonne. Exakt 4 Wochen nachdem wir Zürich verlassen haben, schwingen wir uns auf unsere Velos! In unseren 4 Saccochen, 2 Lenkertaschen, 1 Packsack & 1 Bob-Sack schleppen wir 51kg Gepäck, dazu kommen später noch alle Getränke & Esswaren! Überzählige warme Kleider, welche wir nur für die Schiffsreise einpackten, hinterlassen wir teilweise für einen wohltätigen Zweck in Cape Town, einige Sachen schicken wir per Post zurück in die Schweiz. Die ersten 2 Tage rund um die Cape Peninsula & ans Cape of Good Hope stellen sich als ideale Strecke für unseren Start dar: Unzählige Rennvelofahrer kurbeln mit uns um die Wette, die meisten mit dem klaren Ziel 'Cape Argus': Dieses weltgrösste Fahrradrennen findet gleich am folgenden Sonntag statt: 35'000 (!) Teilnehmer starten zur 109km langen Rundfahrt um die Cape Peninsula! Mit diesem Event scheint sich das gesamte Western Cape, wenn nicht ganz Südafrika, zu identifizieren. Überall werden wir gefragt, ob wir ebenfalls teilnehmen würden (was wir jedoch mit Verweis auf unser schweres Gepäck verneinen). Seit wir Cape Town dann zum zweiten Mal passierten, uns durch den Stadtverkehr schlängelten & der West Coast entlang Richtung Norden fahren, sind Velofahrer jedoch eine sehr seltene Spezies. Hin & wieder hören wir zwar auf einer Tourist Info oder in einem Shop, dass dieses Jahr schon ein paar Velotourenfahrer vorbeigekommen seien, getroffen haben wir bisher aber noch keine. Bis Strandfontein fahren wir alles mehr oder weniger der Küste entlang, von dort gehts ins Landesinnere nach Vanrhynsdorp & anschliessend die Hauptstrasse N7 hoch nach Noordoewer. Die Landschaft an der West Coast ist nicht besonders spektakulär, gefällt uns aber doch sehr gut. Grösstenteils herrscht hier sehr trockene Sand- & Buschsteppe, mit einer leicht hügeligen bis bergigen Topographie. Die Streckenführung kann zuweilen ziemlich eintönig sein: Unser längstes, schnurgerades Stück war 18km lang! Die Strassenverhältnisse variieren von vielbefahrenen (direkt nördlich von Cape Town) über sehr spärlich befahrene Hauptstrassen (Vanrhynsdorp bis Noordoewer) bis zu übelsten Wellblech- & Sandpisten (Elands Bay, Lamberts Bay). Die Erfahrungen mit diesen Gravel Roads sind mitunter auch ausschlaggebend, dass wir unsere Streckenplanung leicht anpassen: Vorerst wollen wir uns & unser Material noch etwas schonen & fahren deshalb auf der N7 weiter Richtung Namibia. Das Wetter beschert uns tagsüber meistens Sonne mit trockenen 30-35°C im Schatten. Nur, wo gibt es hier Schatten??? Mit Mühe finden wir jeweils für den Mittagsrast ein Schattenplätzchen, aber auf der Strasse brennt die Sonne ungeschützt auf uns nieder. Dementsprechend hoch ist auch unser Wasserverbrauch: das Maximum liegt bei ca. 6l pro Person nur während der Velofahrt! 1.5 Tage hatten wir aber der Küste entlang auch Nebel & in Vanrhynsdorp hatten wir sogar das Vergnügen, den ersten Regen seit 3 Jahren mitzuerleben & am Morgen ein nasses Zelt einzupacken! Sobald die Sonne untergeht kühlt die Temperatur auf sehr angenehme 15-20°C ab. Bisher übernachten wir meistens auf Campingplätzen, je nach Gelegenheit sind wir aber auch einem Hotel oder Guesthouse nicht abgeneigt. Mit unserer hierzulande doch ziemlich unkonventionellen Reiseart (der typische Südafrikaner bewegt sich lieber im grossen 4x4 Fahrzeug & hängt sich für die Ferien noch einen Wohnwagen oder Zeltanhänger an) sowie insbesondere mit Bob, unserem Veloanhänger, erregen wir viel Aufmerksamkeit. Fast täglich können wir die Gastfreundschaft & Hilfsbereitschaft der südafrikanischen Bevölkerung erfahren. Viele Autofahrer hupen & winken uns zu. Abends auf dem Camping wurden wir schon mehrmals zum Znacht eingeladen & lernen so die typischen südafrikanischen Sitten kennen, z.B. den Braai ('we braai everything!'), was unserem Grillieren auf dem Feuer entspricht. So kommen wir u.a. auch in den Genuss eines sehr feinen, (jedoch eigentlich illegalen) Lobster-Braais. Der Auslöser für eine solche Essenseinladung ist jedoch nicht immer nur die Gastfreundschaft, sondern auch das pure Mitleid mit uns: In Springbok werden die Pommes Chips & die Crackers, welche wir nach der Ankunft vor dem Zelt zum Apero geniessen, für unser Abendessen gehalten & mit dem Argument, wir müssten doch wieder mal etwas Warmes essen, werden wir zu einem 'Flatty' (flaches Poulet auf dem Grill) eingeladen! Natürlich nehmen wir solche Angebote immer gerne an, so erfahren wir auch einiges über die Bewohner dieses Landes. Ein Campinggast lädt uns zu sich nach Hause ein, aber leider fahren wir nicht durch Pretoria. Hingegen schätzen wir seinen Zustupf 'for a cool drink' sehr & noch viel mehr berührt hat uns, dass er uns seine Adresse, Telefon-Nr & E-Mail gab mit dem Hinweis, dass wir ihn bei Problemen jederzeit kontaktieren könnten, er würde für uns sofort Hilfe organisieren! Eine weitere, sehr tolle Begegnung erleben wir in Velddrif: Während sich Markus im Tourismusbüro nach dem nächsten Camping erkundigt, bewacht Patricia draussen unser Hab und Gut & kommt mit einem älteren Herrn ins Gespräch. Kurzerhand bietet er uns gratis den Schlüssel zu seinem Guesthouse an, welches z.Z. sowieso frei stehe. So geniessen wir für eine Nacht spontan den Luxus eines 4.5 Zimmer Hauses! Weitere Beispiele der südafrikanischen Gastfreundschaft sind das Ehepaar, welches für uns zuerst Hilfe organisiert, damit auch in unserer Camping-Dusche das Warmwasser funktioniert & uns anschliessend auch noch eine feine Flasche Rotwein aushändigt oder der Autofahrer, der uns beim Überholen zuwinkt & 5 Minuten später wieder zurückkehrt: Es sei doch unfair, dass er bei Musik & kühlem Bier mit dem klimatisierten Fahrzeug vorbeifahre, während wir uns mit 30°C heissem Wasser begnügen müssten. So kommen auch wir zu unserem Cool Drink! Mehrmals dienen wir (oder eher Bob?) auch als Fotosujet: Eine Autofahrerin überholt uns 10 Tage nach der ersten Aufnahme wieder & überreicht uns das inzwischen entwickelte Foto zusammen mit einem eisgekühlten Cola! South Africa is so small... Doch trotz der durchwegs nur positiven Erfahrungen in South Africa haben wir das Land heute verlassen. Bei Noordoewer können wir die namibische Grenze problemlos überschreiten & erhalten ein 90-tägiges Touristenvisa. Die Rückflugtickets, welche wir gemäss den Einreisebestimmungen extra bereits in der Schweiz kauften, will erwartungsgemäss niemand sehen... Der Empfang in Namibia ist dann ziemlich erdrückend: Heisse 37°C erwarten uns & auch um 22:30 ist es noch 34°C warm! Ist das wohl das Klima, welches uns in Namibia begleiten wird? Unsere Bikes lassen wir vorerst einige Tage ruhen & gönnen unseren doch arg strapazierten Hinterteilen ein paar Tage Erholung: Morgen starten wir zu einer 4-tägigen, organisierten Kanutour auf dem Oranje River. Für einmal schonen wir die Beinmuskulatur & trainieren dafür unsere Arme! Anschliessend planen wir eine Rundtour am Fish River Canyon, bevor wir nochmals an den Oranje River zurückkehren & über Rosh Pinah & Aus nach Lüderitz radeln! Zum Schluss noch ein paar statistische Daten:
Patricia & Markus, 23.03.2005 |
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