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Veloreise AustralienReisebericht vom 26.02. - 21.03.2008Kälte & Hitze von Melbourne bis Adelaide: spektakuläre Küste & nette Begegnungen |
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english: Am 26.02.2008 verlassen wir Melbourne in südlicher Richtung. Wir wählen die etwas weitere aber interessantere Route via Mornington Peninsula. Im Gegensatz zur Ankunft in Melbourne scheint heute die Sonne & so fahren wir auf der Beachroad grösstenteils der Küste entlang. Eigentlich wollen wir heute bis Sorrento radeln, um dann morgen früh gleich mit der Fähre nach Queenscliff überzusetzen, aber eine wild gestikulierende Frau am Strassenrand sowie deren 12-jährige Tochter, die sich vor Scham über ihre Mutter hinter dem Auto versteckt, kreuzen unsere Pläne: Lynn ist mit dem Auto unterwegs um Lilly von der Schule abzuholen, als sie uns erblickt. Sie ruft uns ein erfrischendes 'Have fun!' zu. Da sie früher selber viel gereist ist, ist gleichzeitig auch ihr Entschluss gefasst 'I want these guys at my home'. So packt sie ihre Tochter ins Auto, überholt uns wenig später erneut, fährt auf der kurvigen Strasse in die nächste Ausweichstelle & gibt uns mit wildem Winken zu verstehen, bei ihr anzuhalten. Sie schwärmt so von ihrem Haus & den kühlen Getränken, dass wir spontan zusagen & nicht wie geplant 30km weiter fahren. Die zusätzlichen Höhenmeter heute & Kilometer morgen sind es allemal wert. Zusammen mit ihren beiden Kindern & ihrem Mann geniessen wir bei Bier, Champagner, Wein & Spaghetti einen schönen Abend. Am nächsten Tag bringt uns die Fähre auf die Bellarine Peninsula & kurz danach beginnt in Torquay offiziell die Great Ocean Road. Bisher war für uns der Name 'Great Ocean Road' etwa gleichbedeutend mit 'Twelve Apostles', aber damit wird man dieser tollen Strasse in keiner Art & Weise gerecht. Die Great Ocean Road wurde nach dem ersten Weltkrieg als Arbeitsbeschaffungsmassnahme für die nun untätigen Soldaten erbaut & verläuft auf 255km von Torquay bis Warrnambool. Im Gegensatz zur Region südlich von Sydney, wo man uns auf einer Touri Info sogar weismachen wollte, unser Weg ginge nur noch bergrunter, obwohl wir uns bereits auf Meereshöhe befanden, werden wir von Einheimischen oft vor den Hügeln der Great Ocean Road gewarnt. Zudem sei die Strasse eng, mit viel Verkehr & deshalb für Velofahrer gefährlich. Wir machen uns auf einiges gefasst, aber nichts von alledem tritt ein. Die Anzahl an Autos & Lastwagen hält sich sehr in Grenzen & auch die Hügel sind sicher nicht zahlreicher oder gröser als damals von Sydney nach Melbourne. Die Strasse führt teilweise direkt der Küste entlang, dann aber auch wieder in einiger Entfernung. Während auf der ersten Hälfte vermehrt die Tierwelt im Vordergrund steht, sind es auf der zweiten Hälfte die Steilküsten mit den bekannten & weniger bekannten Gesteinsformationen wie Twelve Apostles, Loch Ard, London Arch, Thunder Cave & wie sie alle heissen. Wir begegnen erneut zahlreichen Vogelarten sowie vielen Koalas. In der Umgebung von Kennett River sehen wir unzählige dieser drolligen Kerle! Einige können wir direkt auf dem Camping, andere auf einem Abendspaziergang in der näheren Umgebung beobachten. Hier sehen wir Koalas so aktiv wie noch nie zuvor & können ihnen beim Klettern, Springen, Essen zuschauen, können nervös mitfiebern, wenn unter ihrem Hintern plötzlich ein Ast zu brechen beginnt oder sich der ganze Baum im starken Wind beugt, amüsieren uns an ihren Fehlgriffen, wenn das anvisierte Eucalyptusblatt etwas zu weit entfernt ist oder bestaunen ihre Kletterkünste. In seinem grauen, dichten Fell macht ein Koala immer irgendwie den Eindruck, als ob er sich gerade ein Ganzkörperpijama angezogen hätte, was ihn noch herziger erscheinen lässt. Mit all den Sehenswürdigkeiten gibt es für uns manchmal nur ein langsames Vorwärtskommen, zu viele Stopps sind für Fotos oder einfach zum Geniessen notwendig. Kurz nach Apollo Bay verlassen wir die Great Ocean Road kurzzeitig & machen einen Abstecher durch den Otway Nationalpark. Bedeutet zwar ein paar zusätzliche Kilo- & Höhenmeter, ist aber eine sehr schöne Strecke auf Gravelroads durch Regenwald. Die Küste auf dem zweiten Teil der Great Ocean Road trägt auch den Namen 'Shipwreck Coast', sind in diesen stürmischen Gewässern & den schroffen Küsten im 19. Jahrhundert doch zahlreiche Schiffe untergegangen. In vielen Orten finden sich Informationstafeln mit Geschichten zu den jeweiligen Tragödien. Obwohl öfters erst vor 100 Jahren passiert, mutet es heute unwirklich an wenn man z.B. liest, dass die einzigen drei Überlebenden sich an Land noch zwei Wochen hungernd & durstend durch die Wildnis kämpfen mussten, bevor sie endlich halbtot auf eine Menschenseele trafen. Ist zwar noch nicht allzu lange her, aber das war definitiv eine andere Zeit! Die Warnung bezüglich Verkehr auf der Great Ocean Road war zum Glück unnötig, in unseren Augen haben wir sehr wenig Autos & Lastwagen. Oft hat es neben der eigentlichen Fahrbahn die sogenannte Shoulder, ein Seitenstreifen, den wir zum Velostreifen umfunktionieren. Die meisten Auto- & Lastwagenfahrer nehmen zudem genügend Rücksicht auf uns & in Dörfern & Städten ist unser eher offensiver Fahrstil mit demjenigen der Australier offenbar gut kompatibel, so dass wir uns immer sicher in den australischen Strassenverkehr integrieren. Allgemein ist auch unser Timing ziemlich ideal, gerade als wir in Sydney starteten waren nämlich die Australischen langen Sommerschulferien zu Ende & somit die Hauptreisezeit vorbei. Wir reisen also momentan in der Zwischensaison, was man beispielsweise auch daran sieht, dass die Campingplätze jeweils nur zu einem Bruchteil besetzt sind. Das Wetter hat sich auf unserem zweiten Abschnitt gegenüber der Ostküste auch deutlich gebessert, wir werden nur noch einmal verregnet. Dafür erleben wir einige ziemlich kalte Tage: Kurz nach Melbourne fällt die Temperatur auf ein Tagesmax von 13°C, in der Nacht kühlt es sogar bis etwa 3°C ab! Kombiniert mit einem starken Wind fühlt sich das dann selbst tagsüber während dem Velofahren sehr kalt an & wir fahren sogar bei trockenem Wetter mit einer wärmenden Regenjacke. Die Finger frieren teilweise trotzdem fast ab & wir sind uns einig, dass wir in Sydney nicht alle warmen Kleider von der Schiffsreise hätten entsorgen oder nach Hause schicken sollen... Ein Indiz für die bisher eher kühlen Temperaturen ist auch die Tatsache, dass wir bis jetzt sicher öfters in einem Cafe einen Cappuccino trinken gegangen sind, als dass wir für ein kühles Coca Cola eingekehrt wären. Australische Cafes haben übrigens ein sehr reichhaltiges & äusserst feines Kaffeeangebot. Zu Beginn ist das Ganze zwar nicht ganz einfach zu durchschauen, denn welcher Schweizer weiss schon, dass ein Australischer 'Macchiato' kaum was mit einem Schweizerischen 'Latte Macchiato' zu tun hat (sondern ein Espresso mit einem Hauch Milchschaum obendrauf ist), was ein 'Short Black' (=CH-Espresso) oder ein 'Long Black' (Schwarzer Kaffee) ist oder was sich hinter einem 'Latte' verbirgt? (Dies wäre dann eben unser CH Latte Macchiato). Ins Schwarze trifft man hingegen immer, wenn man sich einen Cappuccino bestellt, dies scheint der einzige weltweit genormte Kaffeetypus zu sein ;-). Der Wind allerdings ist ziemlich undurchschaubar: Obwohl wir während mehrerer Tage immer etwa in dieselbe Richtung radeln, folgt auf einen Tag Rückenwind sicherlich gleich wieder ein Tag Gegenwind. Wir versuchen jeweils, die Gunst der Stunde zu nützen & legen bei gutem Wind ein paar längere Etappen ein. An einem dieser Tage mit Windunterstützung fahren wir von Narrawong im Staat Victoria bis nach Mt. Gambier in South Australia. Vor dem Grenzübertritt gilt es sicherzustellen, dass man kein Gemüse & keine Früchte mehr bei sich trägt, ist doch der Import von frischen Esswaren in South Australia strikte untersagt. Leicht enttäuscht sind wir dann, als sich der schon von weitem angekündigte 'Quarantine Bin' nicht als grosser Abfallcontainer, sondern nur als kleiner Abfalleimer entpuppt. Wir wissen nicht so recht, wie ernst diese Vorschriften wirklich genommen werden... Egal, wir haben unsere letzten Äpfel aus New South Wales sowieso noch an der Grenze aufgegessen. Dieser Grenzübertritt verlängert auch unsere Reisedauer um 30 Minuten, liegen doch NSW & SA in zwei unterschiedlichen Zeitzonen, welche kurioserweise nur eine halbe Stunde voneinander differieren. Dieser Tag wird leider auch als der Tag mit den bisher meisten toten Tieren in unsere Tour eingehen. Auf gut 110km begegnen wir mindestens 40-50 toten Känguruhs & Wallabies, sowie einigen toten Possums & erstmals auch flachen Koalas. Diese Begegnungen sind nicht sehr angenehm, riechen die Tierkadaver doch je nach Verwesungsgrad (noch ziemlich neu; von der Hitze & dem beginnenden Verwesungsprozess aufgedunsen wie ein Luftballon; von anderen Tieren angefressen & von tausenden von Maden bewohnt; nur noch einzelne Skelettteile) & je nach Windrichtung ziemlich intensiv... Oftmals kündigt sich ein Kadaver durch seinen Geruch schon von weitem an. Nach Mt. Gambier erreichen wir bald die 'Limestone Coast' & das Gebiet des Coorong. Die Landschaft wird hier ziemlich flach, offen & trocken. Getreidefelder prägen das Bild, stellenweise fahren wir auch durch feine Weinanbau- & -produktionsgebiete. In einem Weingut löschen wir unseren Durst mit ausgezeichnetem 'Sparkling Shiraz'! Mmmh fein, diesen Wein gönnen wir uns an den folgenden heissen Tagen noch mehrmals. Auf dem Camping von Gemini Downs heisst es, wir dürften die Camp Kitchen nicht benutzen, da diese von einer Gruppe gemietet sei. Wir beschliessen, bei dieser Gruppe direkt nachzufragen, ob wir unsere Wasserflaschen in den Kühlschrank stellen & auch den Wasserkocher kurz benutzen dürfen. Zwei Stunden, je zwei Bier & unzählige Fragen später kennen wir den Stammbaum dieses vier Generationen umfassenden Familientreffens, besitzen eine Einladung zum morgigen Frühstück & die gesamte Küche dürfen wir selbstverständlich auch mitbenutzen. Das ist australische Gastfreundschaft! Die Australier sind meistens super Gastgeber & empfangen uns eigentlich immer mit offenen Armen & sind sehr an unserer Reise interessiert. Die oft vorhandene Camp Kitchen benötigen wir allerdings nicht allzu oft, gibt es hier in Australien doch eine sehr tief verankerte 'Barbie-Kultur'! Fast auf jedem Camping, in vielen Parks oder Rest Areas finden sich öffentlich zugängliche BBQ-Areas. Da in Australien auf Grund der Hitze & Trockenheit jedoch regelmässig grosse Brandgefahr herrscht & deshalb ein rigoroses Feuerverbot durchgesetzt wird, handelt es sich bei diesen Barbies meistens um Gas- oder Elektrogrills mit einer grossen Heizplatte, auf der man alle Arten von Esswaren grillieren kann. Während sich die Australier selber meist mit Fleisch begnügen, ziehen wir normalerweise Gemüse vor. Unser absolutes Lieblingsgemüse sind Sweet Potatoes, aber auch Butternut, Zucchetti, Peperoni, Rüebli oder Champignons schmecken vorzüglich. Dazu kochen wir oft Couscous (geht noch viel schneller & braucht weniger Wasser als Pasta!) oder auch mal nur Salat. Das Angebot an frischem & lokal (OK, die Distanzen innerhalb Australiens sind ebenfalls beträchtlich) produziertem Gemüse & Früchten ist berauschend, wir ernähren uns so gesund wie zu Hause wohl selten! Zum Zmorgen oder Zmittag schmecken uns Melonen, Papaya, Nektarinen, Bananen, Trauben vorzüglich oder als frischer Brotaufstrich dient am Mittag eine Avocado (zum Frühstück heisst unser Favorit weiterhin Nutella oder allenfalls Honig ;-)). Das Barbie lässt sich übrigens auch schon frühmorgens in Betrieb nehmen, z.B. um Pancakes oder Bacon & Eggs zu bräteln. Eine gute & praktische Erfindung! In Wellington bringt uns eine kleine Fähre, welche nach dem Prinzip einer Standseilbahn funktioniert, über den Murray River & auf die Fleurieu Peninsula. Via Victor Harbor (inkl. Abendspaziergang auf die Granite Island, wo wir Little Penguins sowie eine Possum-Mutter mit ihrem Kleinen auf dem Rücken bewundern) fahren wir nach Wirrina. Von dort bringt uns eine Fähre auf einer 2.5 stündigen Fahrt nach Kingscote auf Kangaroo Island. Während der Überfahrt werden die Passagiere plötzlich aufgefordert, an den Bug zu kommen: Unser Schiff düst mit etwa 16 Knoten voran, doch knapp ein Meter vor dem Bug schwimmen vier Delphine mit uns um die Wette & vollführen kühne Sprünge! In Kingscote planten wir eigentlich einen Ruhetag ein, aber daraus wird nichts: In den Sanitäranlagen werden wir von Isabel & Patrik angesprochen, zwei Schweizern, welche Australien wie wir während 6 Monaten bereisen, allerdings per Auto. Sie laden uns ein, sie heute auf ihrem Trip nach Seal Bay, Vivonne Bay & zurück nach Kingscote zu begleiten. So verbringen wir einen gemütlichen Schweizertag, nehmen an einer Führung teil & erfahren viel Interessantes über die hier lebenden Sea Lions. Wir verbringen insgesamt fünf Nächte auf Kangaroo Island. Am zweiten Tag radeln wir bei sehr wenig Verkehr auf der nördlichen Strasse bis an den Flinders Chase National Park. Hier haben im Dezember 2007 ausserordentlich grosse Buschfeuer gewütet, die Landschaft ist auch heute noch ziemlich schwarz & grau, durchsetzt von grünen Pflanzen, welche sich ihren Lebensraum wieder zurückerobern. Grosse Teile des Parks sind für Besucher deshalb weiterhin unzugänglich. Auf einer Tagestour (wow, wie leicht fährt es sich ausnahmsweise mal ohne Gepäck!) geniessen wir die wie Skulpturen anmutenden Gesteinsformationen der Remarkable Rocks sowie die New Zealand Fur Seals am Admirals Arch. Auf unserem Camping selber hüpfen abends jeweils zahlreiche Tammar Wallabies herum, bis zu 50cm kleine Artverwandte der Kangaroos. & als Patricia am Morgen verschlafen den Kopf aus unserem Innenzelt streckt, blinzelt ihr aus dem Vorzelt ein Possum entgegen ;-). Kangaroo Island bietet wirklich eine reichhaltige Fauna, wir entdecken auch weitere Echidnas, Heath Goannas sowie unsere Lieblinge, unzählige Koalas. Am nächsten Tag fahren wir auf der südlichen Strasse zurück nach Kingscote, von wo wir tagsdarauf wieder nach Wirrina übersetzen. Kangaroo Island hat uns sehr gut gefallen, wenig Touristen (zumindest zu unserer Zeit), wenig Verkehr & äusserst nette Einheimische. Irgendwie herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre & überall scheint man uns zu kennen: Auf dem Visitor Centre des Flinders Chase N.P. teilt man uns mit, dass sich gestern jemand nach uns erkundigt hätte & einen Tag später spricht uns auf dem Kingscote Camping eine Frau an, ob wir gestern beim Admirals Arch gewesen seien. Auf der Tourist Info seien sie nämlich gewarnt worden: 'Keep care, there are branches & cyclists on the road!' Süss! Zurück auf dem Festland fahren wir auf direktem Weg nach Adelaide zu Regula, Markus & Familie, wo wir am 16.03.2008 ankommen: Diese Schweizer haben wir auf K.I. kennengelernt, sie wohnen seit ca. fünf Monaten in Australien & haben uns zu sich eingeladen. Wir dürfen zwei Nächte bei ihnen übernachten & ihre Infrastruktur benutzen. Am Morgen vor unserer Weiterfahrt unternehmen wir zusammen mit Markus eine Velotour auf den Mount Lofty, den 710m hohen Hausberg von Adelaide. Anschliessend radeln wir mit unserem ganzen Hab & Gut von einem südlichen zu einem nordwestlichen Wohngebiet Adelaides, wo wir uns für vier weitere Nächte bei Mary & David niederlassen. Die beiden haben uns an unserem dritten Velotag kur nach Sydney bei Regen angehalten & uns zu sich an der Ostküste eingeladen. Leider passte dies damals nicht in unseren Plan, aber da sie in Adelaide ebenfalls einen Wohnsitz haben, tauschten wir dennoch unsere Adressen aus. Ein paar E-Mails & zwei Telefonate später stehen wir also vor Marys super modernem & neuem Haus, erhalten den Schlüssel in die Hand gedrückt, Küche, Waschmaschine & PC erklärt & drei Stunden später verschwindet Mary zu ihrer Schichtarbeit & wir haben das Haus für uns alleine! Wow, die australische Gastfreundschaft & das Vertrauen kennen keine Grenzen! Neben der ganzen Infrastruktur erfreuen wir uns insbesondere auch an den Delphinen, die sich im nur wenige Meter entfernten Meeresarm tummeln & gemütlich vom Balkon aus bewundert werden können! Weil das lange Osterweekend ansteht, reist auch David von seinem an der Ostküste gelegenen Arbeitsort nach Adelaide & wir verbringen vier interessante & abwechslungsreiche Tage & Nächte bei ihnen. Karfreitag Abend sind wir bei Kollegen von ihnen zu einem grossen australischen 'Barbie' (BBQ) eingeladen. Erwähnenswert sind dazu insbesondere die Mengen an Fleisch & Alkohol, die dabei verzehrt werden, sowie die Tatsache, dass sich die Gäste bereits um ca. 21:00 verabschieden & nach Hause gehen ;-). Einmal treffen wir uns zum Breakfast an der Glenelg Beach mit Christian & Imke mit Johann, einem Arbeitskollegen von Patricia mit Familie, der für einige Wochen in Australien in den Ferien ist. An einem Abend sind wir mit Greg & Bianca verabredet. Da die beiden ebenfalls in Adelaide wohnen, legen wir den Weg zu ihnen sowie auch wieder nach Hause mit den Bikes zurück. Während wir uns im Grossen der australischen Distanzen durchaus bewusst sind, unterschätzen wir sie jeweils im Kleinen: Die 'kurze' Abendausfahrt entpuppt sich immerhin als 40km Tour... Greg ist sozusagen unser privater Rädlimech & das kam so: Als wir zwei Wochen vorher auf dem Camping von Kingston S.E. einrollen, entdecken wir als erstes ein Auto mit der Aufschrift 'Cyclists ahead', als zweites einen Massagetisch mit einem von der Sonne eindeutig als Velofahrer gekennzeichneten Body drauf. Also machen wir uns auf die Suche nach dieser Gruppe & werden auch bald fündig: Eine Gruppe von 14 Rennvelofahrern, drei Begleitfahrzeugen & sieben Helfern (Masseure, Köchinnen, Autofahrer) führt eine Wohltätigkeitsfahrt von Melbourne nach Adelaide durch. Greg ist einer der Velofahrer, zugleich aber auch Coach & Velomech der Truppe. Eigentlich hatten wir es ja auf die Masseure abgesehen, diese finden aber an unseren noch nicht geduschten Körpern keinen Gefallen; Greg hingegen lässt sich durch unsere dreckigen Bikes nicht abhalten & bietet uns sogleich einen Service an. Vor & nach dem gemeinsamen Nachtessen justiert & ölt er unsere Bikes perfekt! Ausserdem tauschen wir unsere Adressen & so treffen wir uns nun in Adelaide erneut. Unsere Velos erhalten nochmals einen umfassenden & professionellen Check & wir geniessen einen gemütlichen Abend. Greg fuhr früher selber Strassenrennen & hat seine Passion für schöne & schnelle Strassenvelos nie aufgegeben. Dies ist allerdings nur sein Hobby, sein Geld verdient er mit seinem eigenen Unternehmen in der Druckereibranche. So überrascht er uns mit seiner professionellen Verzierung unserer Bikes sowie unserem Bob-Sack! Greg, you're just great!!! Die Temperaturen haben sich übrigens seit den kalten Tagen an der Great Ocean Road markant geändert. Adelaide erlebte soeben die längste Hitzewelle seit Beginn der Messungen von ca. 1880! Während 15 aufeinanderfolgenden Tagen stiegen die Temperaturen auf mehr als 35°C, mit Maxima von ca. 40°C! Die bisher längste Heat Wave dauerte gerade mal neun Tage & wurde damit regelrecht pulverisiert. Wir haben jedoch Glück & erleben 'nur' neun Tage mit Temperaturen von 35 oder mehr Grad, wovon drei zwischen 39-41 liegen. Dies natürlich immer am Schatten gemessen, wovon es entlang der Strasse kaum gibt. Von Namibia sind wir uns zwar 37°C gewöhnt & können damit auch gut umgehen, aber die heissen Tage hier sind eine Dimension grösser & entsprechend brutal. Wir haben stark zu kämpfen, der Flüssigkeitsverbrauch unterwegs (d.h. ohne Frühstück & ohne Abendessen) steigt auf 7.5l pro Person & wir fragen uns, wie das weitergehen soll. Auf Kangaroo Island können wir einigen dieser Hitzetage entfliehen, was auch unseren Köpfen & Gedanken gut tut. Während der Ruhetage in Adelaide findet ein rasanter Temperatursturz statt & die Temperaturen liegen nun tagsüber noch bei ca. 25°C. Grundsätzlich geht es ja dem australischen Herbst/Winter entgegen & es sollte tendenziell kühler werden. Andererseits gehts als nächstes ins Outback, wo die Hitze normalerweise grösser ist als an der Küste. Bis zu einem gewissen Grad werden sich unsere Körper bestimmt auch an die klimatischen Bedingungen gewöhnen & wir schauen den weiteren Etappen inzwischen wieder zuversichtlich entgegen! Zum Schluss die aktualisierte Statistik:
Patricia & Markus, 26.03.2008 |
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| © pk&mk 03.01.2009 | |||