Veloreise Australien

Reisebericht vom 25.01. - 25.02.2008

Regen an Australiens Ostküste: Erste Radkilometer von Sydney nach Melbourne

CBD Sydney mit Opera House & Harbour Bridge steil – nur für Velos...? radeln im Australian Summer! ;-) Sulphur-crested Cockatoos Wilsons Promontory National Park Koala

Route:
Sydney - Kiama - Batemans Bay - Bermagui - Genoa - Lakes Entrance - Port Albert - Wilsons Promontory National Park - Phillip Island - Melbourne

deutsch:
Mit den Feierlichkeiten zum Australia Day werden wir in Sydney gleich mit einem tollen Programm empfangen. Wir erleben einige abwechslungsreiche Tage in dieser schönen Stadt & können uns nur schwer dafür entscheiden, auf die Velos zu steigen. Als wir am 02.02.2008 losziehen, scheint auch der australische Herbst zu beginnen & die ersten Velotage gestalten sich unerwartet nass. Die Strecke entlang der Küste bis Melbourne ist nicht besonders spektakulär, umso mehr geniessen wir die bunte Tierwelt sowie die Begegnungen mit Einheimischen & Zugewanderten. Mit der Ankunft in Melbourne haben wir ein erstes Zwischenziel unserer Reise erreicht & hier bleiben wir ein paar Tage für Sightseeing sowie zur Materialauffrischung.

english:
Sydney welcomes us very active with the celebrations for Australia Day. We experience diversified days in this beautiful town & can hardly decide on leaving & starting cycling. As we finally take off, Australian autumn seems to be started too & the first few cycling days are getting unexpected wet. The passage along the coast to Melbourne is not particularly spectacular, but the more we enjoy the colorful animal world and the encounters with locals & immigrants. With the arrival in Melbourne we have reached a first intermediate target. Here we spend a few days for sightseeing & refreshing parts of our equipment.

Viele unserer Bekannten schwärmten im Vorfeld unserer Reise von Sydney als einer der schönsten Städte überhaupt. Tatsächlich können auch wir uns diesem Urteil nur anschliessen: Die Lage von Sydney mit seinen verzweigten Buchten & Halbinseln ist einmalig & wunderschön; das Central Business District CBD, der Kern dieser 4 Millionen Grossstadt, ist übersichtlich & auch zu Fuss gut zu bewältigen; die Wolkenkratzer & moderne Architektur wirken auch neben den Gebäuden aus den Anfängen der Kolonialisierung nicht protzig; mehrere grosse Parks laden zur Erholung & Ruhe ein; eine kunterbunte Bevölkerung bestehend aus Einwanderern aus aller Welt, insbesondere Europa & Asien, bringt Farbe in die Stadt; das vielfältige kulinarische Angebot reicht von teuren Gourmetrestaurants bis zu preisgünstigen Foodcourts, von italienisch über asiatisch bis zu australischem Bush Tucker; die Geschäftigkeit der Banker kontrastiert zum Lifestyle der Surfer. Uns gefällts super & die Zeit vergeht im Nu. Wir besuchen viele der bekannten Sehenswürdigkeiten wie Opera House, Harbour Bridge, Royal Botanic Gardens, Aquarium & Zoo oder geniessen bei schönem Sommerwetter ganz einfach das Grossstadtflair. Im Observatory lassen wir uns den südlichen Sternenhimmel näherbringen & zur Feier von Markus' Geburtstag besuchen wir ein Konzert im Opera House. Das Publikum ist zum Glück stark durchmischt, so dass wir mit Flip Flops resp. Teva-Sandalen nicht weiter auffallen ;-).

Am 26. Januar ist Australia Day, Nationalfeiertag. Es herrscht hochsommerliches Wetter & dementsprechend zahlreich erscheinen die Australier an den Aktivitäten. Der Nationalstolz ist unübersehbar: Die Flagge mit dem britischen Union Jack sowie dem Southern Cross prangt auf T-Shirts, Sonnenschirmen, Kopftüchern, Wangen, Armen oder wird direkt als Rock getragen. Auch die Aborigines-Flagge ist zahlreich vertreten. Auf dem Wasser finden Schiffsrennen & Paradefahrten statt, im Quartier The Rocks gibts den ganzen Nachmittag über auf verschiedenen Bühnen Gratiskonzerte, in der Luft werden Flugshows aufgeführt & ein Kunstflieger schreibt ein grosses 'Sorry' in den blauen Himmel, eine Referenz an den etwa in zwei Wochen stattfindenden 'Sorry Day', an welchem der sogenannten 'Stolen Generation' gedacht wird. Bis 1969 wurden Aborigines Familien gewaltsam auseinandergerissen, um deren Kinder in einem europäischen Umfeld aufwachsen zu lassen. Selbstverständlich fand dies alles im damaligen besten Wissen & Gewissen statt, inzwischen ist man sich aber einig, dass damit der Aborigines Bevölkerung grosses Unrecht getan wurde & begeht deshalb seit 1998 diesen Sorry Day. Zum Abschluss der Feierlichkeiten findet abends im Darling Harbour ein grosses Feuerwerk statt. Auch bei uns hat der Australia Day seine Spuren hinterlassen, Bob ziehrt nämlich ab sofort nicht nur eine Schweizer-, sondern auch eine Australia-Flagge!

In Sydney sind die Outdoorshops äusserst konsumentenfreundlich angeordnet, sie reihen sich nämlich alle in einer einzigen Strasse nebeneinander. Im etwa zehnten Shop finden wir auch das Gesuchte: Handy Empfang gibts bekanntlich abseits von Ortschaften kaum, aber da auch wir ein gewisses Sicherheitsbedürfnis haben, entscheiden wir uns zum Kauf eines EPIRBs (Emergency Position Indicating Radio Beacon), eines Notfallsenders, mit dem man uns bei Bedarf auch orten könnte. Sozusagen ein Barryvox fürs Outback ;-). (Anmerkung: Dieses Teil möchten wir nach unserer Reise gerne weiterverkaufen. Interessenten melden sich bitte unter info@kokobike.ch).

An den Abenden treffen wir uns ein paar Mal mit Pascal, einem früheren Arbeitskollegen von Patricia, der seit zwei Jahren in Sydney wohnt & am Sonntag frühstücken wir am Strand von Coogee mit Barbara & Erik, einer Kollegin von Markus & ihrem Freund, welche die letzten Monate ihres 2.5-jährigen Arbeitsaufenthaltes in Australien geniessen. Es stellt sich heraus, dass Erik ebenfalls ein begeisterter Jogger ist & so verabreden sich Markus & Erik am nächsten Tag zum Morgenjogging. Erik sucht eine äusserst attraktive Laufstrecke von 24km Länge aus & treibt & zieht Markus auf der '10 Bridges Classic' über so berühmte Brücken wie Anzac oder Harbour. Der Sightseeing-Effekt hält sich jedoch in Grenzen, kämpft Markus doch nach vier eher faulen Wochen auf dem Schiff insbesondere auf dem letzten Drittel primär damit, den Anschluss nicht zu verlieren ;-). Hat aber Spass gemacht & im Herbst folgt die Revanche in Zürich, gell Erik!

Wir könnten uns noch lange in Sydney vergnügen, aber eigetlich sind wir ja zum Velofahren nach Australien gekommen & bis im Juli wollen wir via Melbourne, Adelaide, Alice Springs, Darwin & Broome nach Perth radeln. Grob geschätzte 10'000km liegen also vor uns & deshalb satteln wir am 02.02.2008 unsere Velos sowie Bob & ziehen los.

'Sydney hatte gerade die nässeste Woche seit 42 Jahren hinter sich': Dieses Zitat stammt aus einem Reisebericht von Monika & Loisi, einem befreundeten Paar von uns, welches vor fünf Jahren ebenfalls mit den Velos von Sydney nach Darwin fuhr. Uns wird in den folgenden Tagen ähnliches gesagt, nur heisst es diesmal 'der schlimmste Regen seit fünf Jahren'. Dieser beschränkt sich auch nicht nur auf Sydney, sondern dehnt sich über den gesamten Kontinenten aus: In der morgendlichen Wetterübersicht meldet einmal mit Ausnahme von Alice Springs jede Stadt in ganz Australien Regen. Falls auch Ihr noch immer der Illusion verfallen seid, Australien sei ein heisser & trockener Kontinent, dann müssen wir Euch diese leider zerstören: Während unserer ersten acht Velotage erleben wir gerade mal zwei regenfreie Tage. An den restlichen sechs wechselt sich Dauerregen ab mit noch mehr Dauerregen oder dann auch mal nur Regen... Wenige Minuten nach dem Start sind wir jeweils bis auf die Knochen nass, denn wer nimmt schon richtiges Regenzeug mit nach Australien? Bei Temperaturen um die 20°C ist es aber noch erträglich. Obwohl wir bei diesen Bedingungen meistens ein Backpackers oder Motel einer Zeltübernachtung vorziehen, trocknen die Kleider auch über Nacht nicht & am Morgen steigen wir in die immer noch feuchten Klamotten & Schuhe. In den folgenden Tagen wird das Wetter tendenziell besser. Den wettermässigen Höhepunkt & heissesten Tag erleben wir einen Tag vor Melbourne, als wir bei brennender Sonne & 32°C gebraten werden, 24 Stunden später fahren wir hingegen bei Dauerregen & 15°C in Melbourne ein. Das Wetter bleibt also weiterhin sehr wechselhaft.

Kurz nach Sydney fahren wir in den Royal National Park. Im Information Centre erzählt man uns von anderen Schweizer Velofahrern, die vor etwa zwei Tagen hier waren. Kurzentschlossen wird deren Handynummer gewählt & Patricia der Telefonhörer in die Hand gedrückt. Patricia plaudert sicher etwa 20 Minuten mit Dario & erhält hilfreiche Tourentipps. Dario & Sabine starteten vor ca. sieben Jahren zu zweit auf eine Tour, auf welcher sie sich nur mit Hilfe von Wind (Segelboot) & Muskelkraft (Biken & Bergsteigen) fortbewegen. Unterdessen haben sie zwei Kinder im Anhänger & die Reise wird noch ein paar Jahre andauern (www.toptotop.org).

Neben der Erkenntnis, dass Australien (zumindest die Staaten New South Wales & Victoria) alles andere als ein trockener Kontinent sein kann, machen wir eine weitere erstaunliche Feststellung: Auch wenn man der Küste entlang radelt, am Morgen auf Meeresniveau startet & am Abend erneut auf Meeresniveau übernachtet, gilt es täglich mindestens 700 Höhenmeter zu überwinden! Ja, die Ausläufer der Great Dividing Ranges, des Gebirgszuges welcher sich entlang der gesamten Ostküste erstreckt, sind deutlich spürbar. Das Meer selber ist oft nicht sichtbar, die Strasse führt zu weit entfernt durch & (Eucalyptus-)Wälder versperren die Sicht. Weiter südlich wird die Landschaft offener, weite Felder bieten Kühen oder Schafen Weideflächen, das Land wird teilweise zum Anbau von Nahrungsmitteln genutzt oder einige Windfarmen wandeln den Wind in elektrische Energie um. Die Landschaft ist auf diesem Streckenabschnitt erwartungsgemäss nicht sehr spektakulär, erwähnenswert sind vielmehr die Begegnungen mit Tieren & Menschen.

In Australien begegnen wir unzähligen wunderschön bunten Vogelarten. Einige reagieren ziemlich ängstlich auf Velofahrer, andere sind extrem zutraulich & landen gleich im Multipack auf Patricias Kopf & Händen, so z.B. verschiedene Rosellas, Parrots oder Lorikeets (alle irgendwie papageienähnlich). Sulphur Crested Cockatoos starten ein ohrenbetäubendes Gekreische & nehmen schwarmweise reissaus, wenn wir uns ihrem Baum nähern & Galahs oder Galah Cockatoos begeistern uns mit ihren sanften Farben. Auch der Magpie (nicht verwandt mit einem Chicken oder Beef Pie) klingt mit seinem wunderschönen Gesang um ein Vielfaches schöner als unser Wecker. Bellbirds begleiten uns durch die Wälder & erinnern mit ihrem signalartigen Pfiff an den Ton, wenn die Fussgängerampel auf gruen stellt.

Schon mehrmals wurden wir von Einheimischen zu sich nach Hause eingeladen & es wurde uns ein Zimmer mit Bad & Waschmaschine angeboten. Da die potentiellen Unterkünfte jedoch meistens überhaupt nicht mit unserer vorgenommenen Routekorrespondieren, lehnen wir die meisten Angebote ab. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, z.B. wenn die Einheimischen erfähren, dass wir in einigen Wochen nach Adelaide kommen & sie dort ein zweites Heim besitzen...

Als wir einmal etwa 20km vor unserem angepeilten Tagesziel eine Bananenpause einlegen, hält ein Auto neben uns & ein breites berndeutsches 'Grüessech' tönt uns entgegen: Hans & Monica leben seit etwa sieben Jahren bei Tuross Head, nachdem sie vorher einige Jahre als Farmer in Südafrika tätig waren. Sie wohnen zwar nicht 20km vor, sondern etwa 10km hinter uns, dennoch nehmen wir ihre Einladung gerne an. Wir geniessen den Nachmittag & Abend in ihrem wunderschönen Haus, dem riesigen von Monica liebevoll gepflegten Garten mit zahlreichen Vogelarten, den australischen Champagner & Wein, das feine Essen, das Barbeque sowie die interessanten Gespräche. Ganz herzlichen Dank Euch beiden!

Auch unser Bob trifft auf einen Artgenossen, einen einrädrigen vollverschalten Veloanhänger. Dieser gehört Isabelle & Olivier aus Frankreich, welche mit ihrem Tandem während 1.5 Jahren alle Kontinente befahren (www.tandemonde.org). Für Australien (d.h. einen Teil der Strecke Melbourne - Sydney) bleiben ihnen nur gerade zwei Wochen. Dennoch reicht die Zeit für ein ausgiebiges gemeinsames Picknick-Mittagessen sowie gegenseitigen Informations- & Gedankenaustausch, bevor jeder wieder in entgegengesetzter Richtung weiterradelt.

Im Staat Victoria gibt es mehrere stillgelegte Bahnstrecken, die heute als Wander- oder Bikewege unterhalten werden. So legen wir einen Teil des East Gippsland Rail Trails zurück & geniessen es, auf der ganzen Strecke keiner Menschenseele zu begegnen, dafür aber einigen Tieren: Wir sehen ein Echidna (Ameisen- oder Schnabeligel), ein etwa 1.5m langer Waran/Goana flüchtet vor uns auf einen Baum & einige Emus nehmen vor uns reissaus. Spannend, was es da alles zu entdecken gibt, wenn man mal weg von der Strasse fährt! Da sehen wir zwar auch viele Tiere, sehr oft sind diese jedoch nur noch im flachen Zustand anzutreffen & sehen dann nicht mehr allzu lebhaft aus... Selbstverständlich haben wir auch schon einige Känguruhs in freier Wildbahn entdeckt, allzu zahlreich waren diese bisher aber nicht. Mögen vielleicht das schlechte Wetter auch nicht besonders...

Als wir in Lakes Entrance einfahren, steht plötzlich wild gestikulierend eine junge Frau am Strassenrand: Rachel ist 31-jährig, in New Zealand & England aufgewachsen, z.Z. alleine per Velo in Australien unterwegs & soeben aus der Telefonkabine gehüpft, als sie uns nähern sah. Sie hat das Alleinreisen satt & nachdem wir etwa zwei Minuten miteinander gesprochen haben fragt sie uns, ob sie sich uns während einiger Tage anschliessen dürfe. So ziehen wir für die nächsten sechs Tage als 3er Karawane durchs Land. Dies ist auch für uns zwei eine neue Erfahrung, fordert unsere Flexibilität & bringt neue Inspiration was mögliche Mittagsmenus anbelangt.

Als bisheriger landschaftlicher Höhepunkt wird uns ohne Zweifel der Wilsons Promontory National Park in Erinnerung bleiben. 'The Prom' ist eine Halbinsel & stellt den südlichsten Zipfel des australischen Festlandes dar. Geprägt wird die Region von 'Bergen' (bis etwa 700m hoch), riesigen Waldflächen, traumhaft erodierten Granitformationen & Sandstränden. Hier treffen wir uns mit Irène, Ivo & Nika, Patricias Cousine mit Mann & gut 2-jähriger Tochter, welche die letzten Wochen ihrer 10-monatigen Reise geniessen (www.iandi.twoday.net). Irène & Ivo empfangen uns bei unserer Ankunft bereits mit rüüdig feinen Radler-Pasta (das nicht-existierende Rezept dazu stammt von einem Deutschen Radlerpärchen, welches sie früher auf ihrer Reise getroffen haben). Bereits bei der Einfahrt in den Prom sehen wir einen Emu, einen straussenähnlichen, flugunfähigen Vogel. Als wir abends vor dem Zelt sitzen, Kaffee schlürfen & am Plaudern sind, raschelt es plötzlich in der Naehe & ein, spaeter gleich zwei Wombats ziehen ihre nächtlichen Runden durch den Campingplatz am Tidal River. Wombats gehören wie die Känguruhs & Koalas zur Gattung der Marsupials, Beuteltiere, & sehen ein bisschen aus wie eine Mischung von Murmeltier & Hängebauchschwein. Die Schnauze immer dicht am Boden watscheln sie mit ihren kurzen Beinchen unbeirrt ihren Weg & lassen sich auch von fotographierenden Touristen in keiner Art & Weise bei ihrer Nachrungssuche stören. Die Wombats statten uns auch am nächstn Abend erneut einen Besuch ab. Wenn es nachts auf den Bäumen ums Zelt herum plötzlich faucht & schreit, dann sind dies Possums, ein weiteres Marsupial, welches wie der Wombat primär nachts aktiv ist. Possums sind wir nun schon auf mehreren Zeltplätzen begegnet.

Die 1.5 Tage, die wir zusammen im Prom verbringen, sind äusserst kurzweilig & interessant! Dann heisst es aber auch schon wieder Abschied nehmen, Irène, Ivo & Nika fahren Richtung Sydney weiter, wir Richtung Phillip Island. Diese südlich von Melbourne gelegene Insel ist bekannt für ihre Pinguinkolonie sowie deren sehr touristischer Vermarktung. Da wir keine Lust haben, mit zig Hundert (in der Ferienzeit bis zu 4'000!) weiteren Touris auf einer Tribüne sitzend dies zu unterstützen, verzichten wir darauf. Dem Koala Conservation Centre (nein, nicht Conversation Centre!) statten wir jedoch einen Besuch ab. Wir treffen einen sehr ruhigen Zeitpunkt, neben uns gibt es kaum weitere Touristen, diese kommen erst in Horden an, als wir bereits wieder draussen sind. Gut 30 Koalas leben hier in annähernd freier Wildbahn, nur aussen herum wird das Gelände mit einem Zaun abgetrennt. Die Besucher können sich auf angelegten Pfaden oder teilweise auch sonst bewegen & müssen die Koalas selber entdecken. Patricia entpuppt sich von uns drei (Rachel begleitet uns bis auf Phillip Island & bleibt dann nch ein paar Tage hier) als die beste Koala Spotterin. Diese Tiere, die übrigens nicht mit den Bären verwandt sind, sind soo knuddelig anzusehen! Meistens sitzen sie gequetscht in einer Astgabel & lassen völlig relaxed alle Viere baumeln. Irgendwie staunt man, dass da nie einer das Gleichgewicht verliert & runterfällt. Wenn es hoch kommt, hebt mal einer ein Augenlid, bewegt den Kopf etwas zur Seite oder sogar seinen Arm. Das wärs dann aber schon & gleich wird wieder weitergeschlafen. Ein Koala schläft pro Tag nämlich rund 20(!) Stunden, 1-3 Stunden werden für die Nahrungsaufnahme (ausschliesslich Eucalyptusblätter) benötigt, 1-3 weitere Stunden soll er sich angeblich bewegen um sich einen neuen Baum zu suchen (oder seinen aktuellen gegen einen Artgenossen zu verteidigen). Das Gerücht, dass sich Koalas sozusagen in einem Dauer-High befinden, stimmt übrigens nicht.

Von Phillip Island nehmen wir die Fähre auf die Mornington Peninsula, von wo wir mit den Velos Richtung Melbourne fahren. Für einige Tage lassen wir uns im Vorort St. Kilda nieder. Dies ist ein ziemlicher In-Vorort von Melbourne mit hübschen Läden & einer reichen Restaurant-, Café- & Pubszene. Das Nachtleben ist ziemlich ausgeprägt & laut & auch vor unserem Backpackers ist am Wochenende morgens um 03:30 noch die Hölle los. Aber zum Glück haben wir einen guten Schlaf & lassen uns durch den Lärm nicht stören. Jedenfalls ist es ein ziemlicher Gegensatz zu Lakes Entrance, wo wir uns abends um 21:00 auf Restaurantsuche begaben, dieses Unterfangen aber schon bald erfolglos aufgeben mussten, da ausser McDonalds alle Restaurants bereits geschlossen hatten. Zweimal erkundigt Markus am Morgen die Umgebung von St. Kilda joggend, z.B. den Albert Park, wo in Kürze das jährliche Formel 1 Rennen stattfinden wird oder den St. Kilda Beach, diesmal aber auf kürzeren Strecken.

Von St. Kilda aus sind wir per öV schnell im Zentrum von Melbourne & nutzen die Zeit für Sightseeing aber auch zur Materialauffrischung. Nach den ersten ca. 1'400km & den Erfahrungen mit dem australischen Wetter gilt es nämlich bereits das eine oder andere zu ersetzen: Markus Hinterradfelge zeigt Ermüdungserscheinungen (ist glaub auch dasselbe Rad, welches schon die Namibia Reise mitgemacht hat) & wird rechtzeitig ersetzt. Einer unserer Ortlieb Packsäcke ist nicht mehr ganz wasserdicht, was wir im Vorfeld der Reise als für Australien irrelevant beurteilten – die Erfahrung lehrte uns das Gegenteil. Zudem besteht Markus noch fast neue MontBell-Isomatte zu etwa einem Drittel aus einer grossen Blase, der Dämmeffekt ist so aber leider gleich null... Per Mail wird Transa kontaktiert, welche das Geld zurückversprechen & so kaufen wir hier eine neue. Nicht nur weil MontBell nirgends zu finden ist, sondern auch aus Enttäuschung über die schlechte Qualität dieser Matte, fällt die Wahl auf ein bewährtes Therm-a-Rest Produkt.

Nachdem wir in Melbourne alles auf Vordermann gebracht haben, gehts am Dienstag 26.02.2008 weiter: Zuerst fahren wir wieder durch die Mornington Peninsula, diesmal in südlicher Richtung. Von Sorrento nehmen wir die Fähre nach Queenscliff & dann gehts entlang der Great Ocean Road (dank Linksverkehr fahren wir hier auf der Scenic Side!) Richtung Adelaide. Bevor wir Adelaide erreichen planen wir noch einen Abstecher auf die Kangaroo Island.

Zum Schluss die aktualisierte Statistik:
  • Totaldistanz:
    davon Gravel Road:
  • reine Fahrzeit:
  • Höhenmeter total:
  • Anzahl Velotage:
1'384km
73km
89h 03min
10'940Hm
17

Zu den Fotos...

Patricia & Markus, 25.02.2008

© pk&mk 03.01.2009